|
Neue Verkehrsführung in Gran
Tarajal
Wer
in diesen Tagen der Küstenstadt Gran Tarajal einen Besuch abgestattet
hat, ist bestimmt erst mal in arge Bedrängnis gekommen: die gesamte
Innenstadt wurde 'verkehrsflüssiger' gestaltet.
Die Hauptstraße kann
nur noch stadteinwärts befahren werden, geparkt wird auf beiden Seiten,
gleich nach der Verkehrsinsel beim Supermarkt "Hiperdino" teilt sich die
Einfallstraße: geradeaus in die Innenstadt, rechts hoch in das
meistbewohnte Stadtviertel.
Im Stadtkern wurden
viele Straßen mit Vorfahrtberechtigung zu Sekundärstraßen, ebenso wie
die bis dato schon unübersichtliche Straßenführung in dem Wohn- und
Geschäftsblock zwischen der Hauptstraße und dem Supermarkt Padilla, die
nun noch komplizierter geworden ist.
Zudem ist die
Beschilderung unvollständig, die Straßenbemalung - in gelber Farbe - ist
neben und über die alte weiße gepinselt worden. Straßen, die vorher nur
in die eine Richtung befahren werden konnten, sind nun nur in die andere
Richtung befahrbar. Mitten im Zentrum ist die Bushaltestelle
verschwunden (gehen Sie bitte zum Busbahnhof auf der Hauptstrasse!), und
dort wird nun “wild” geparkt, “was das Zeug hält”, trotz gelber
durchgezogener Linien und Bordsteinbemalung (was eigentlich auf ein
Halteverbot hinweist) - unter den Augen des dort stationierten
Polizisten, der etwas frustriert versucht, den Verkehr zu regeln...
Am 05. Januar in den
Abendstunden - man wartete auf die Ankunft der 'Heiligen Drei Könige' -
war das Chaos dann perfekt. Es ging absolut nichts mehr. Wer auf den
letzten Drücker noch Geschenke kaufen wollte (in Spanien bringen die
Heiligen 3 Könige die Weihnachts-geschenke) hatte wohl das Nachsehen.
Sehen Sie sich ein
wenig vor, sollten Sie sich in den nächsten Wochen nach Gran Tarajal
begeben, und bestehen Sie nicht unbedingt auf Ihrem gewohnten
Vorfahrtsrecht (vor allem an die Residenten gedacht): mit größter
Wahrscheinlichkeit haben Sie es gar nicht mehr
Das Zollhaus in Ajuy
Bei
einem Besuch in dem kleinen Fischerdorf Ajuy, gleich hinter der
südlichen Gemeindehauptstadt Pájara, ist Ihnen bestimmt auch schon mal
ein kleiner Natursteinbau aufgefallen, halb restauriert, halb in Ruinen.
Und die Geschichte..?
Die Gemeinde Pájara
hat es sich in den Terminplan geschrieben, antike und bedeutende Gebäude
in ihrer Gemeinde zu restaurieren und die Geschichte den Besuchern näher
zu bringen. Mit Abschluss der jeweiligen Restaurierungsarbeiten werden
die Gebäude in einen Kulturführer aufgenommen.
Zurück zu unserem
kleinen Natursteingebäude in Ajuy. Ehemals war es ein Zollhaus, in dem
die Händler, die im Hafen von Ajuy anlandeten und ihre Ware auf- oder
abluden, ihren Tribut beglichen. Die Errichtung des Zollhauses wird auf
die Anfänge des 19. Jahrhunderts geschätzt. Die derzeitigen Einmieter
sind einige wild lebende Ziegen.

Im damaligen Hafen
mit dem auch heute noch geläufigen Namen 'Puertito de la Peña' wurde mit
Ziegen, Getreide und Kalk gehandelt. Auf dem Fußweg, der zu den Höhlen
führt, findet man den inzwischen restaurierten Kalkofen, der
nachweislich von 'Don Federico, él de la cal' (Don Federico, der mit dem
Kalk) errichtet wurde.
Das Zollhaus wurde
laut der Chroniken der Historiker auf dem Gelände des 'Coronel Pedro
Sánchez Umpiérrez' errichtet, der den Order gab, die eingenommenen
Zollabgaben an die Kirche abzuführen. Später wurde das Gelände an einen
Herrn Melchor Manrique de Lara vererbt, und heute gehört es einer
Immobiliengesellschaft namens Fierro SL, die das Gelände mit dem Gebäude
dem Gemeindekreis kürzlich zur Erhaltung und Restaurierung spendete.
Mit Herz und Verstand...
Fundierte ambulant-medizinische Nachsorge
nun auch auf Fuerteventura kein Problem mehr
Bin ich wirklich
so fit wie ich mich fühle? Oder sollte ich bei körperlich anstrengenden
Tätigkeiten eher vorsichtig sein?
Manche physischen
Beeinträchtigungen fallen im ‚normalen' Leben gar nicht auf. Tatsächlich
können Menschen mit zu hohem Blutdruck oder verkalkten Herzkranzgefäßen,
von denen sie gar nicht wissen, jahrelang beschwerdefrei leben. Bis zum
Zeitpunkt X.
Die Attacke traf
Markus Lehnhardt* aus heiterem Himmel. Eben noch hatte sich der
dynamische Mittvierziger, der seit vielen Jahren auf Fuerteventura lebt,
beim Umbau seiner Finca so richtig fit gefühlt und nun nahm ihm das
plötzliche Druckgefühl in seiner Brust fast den Atem. Die Schmerzen im
linken Arm und Halsbereich wurden etwas weniger, als er sich eine kurze
Ruhepause gönnte. ‘Ich müsste wohl mal was für meine Kondition tun’,
überlegte er. Aber keinen Augenblick dachte er daran, dass sich sein
Leben ab jetzt völlig ändern würde.
Am nächsten Tag
suchte Markus Lehnhardt vorsichtshalber einen internistischen Facharzt
auf, der nach gründlicher Untersuchung einen mittelschweren Herzinfarkt
diagnostizierte. Er wurde ins Krankenhaus eingewiesen, nochmals
untersucht und auf gerinnungshemmende Medikamente sowie Betablocker
eingestellt.
Nun war alles anders
als noch vor ein paar Tagen. Aus dem sportlich-dynamischen ‚Selfmademan'
war ein Herzinfarkt-Patient geworden, der eine ganze Weile brauchte, um
sich von den physischen und psychischen Strapazen zu erholen.
Gesund durch Wissen
Doch damit nicht
genug. Da es auf Fuerteventura bis vor kurzem noch keine ausreichenden
Möglichkeiten zur ambulanten Nachsorge gab, wurde Markus Lehnhardt nach
Las Palmas, Gran Canaria, geschickt. Als er im dortigen Krankenhaus
ankam, lagen seine Unterlagen allerdings noch hier in Puerto del
Rosario, und auch der Termin, den man ihm hier mitgeteilt hatte, stimmte
nicht mit dem in Las Palmas überein — zwei verlorene Tage...
Mittlerweile gehören
diese unerfreulichen Situationen der Vergangenheit an.
Dr. med. Hans-Bernd Bludau, Facharzt für Innere Medizin, hat durch
entsprechende medizinische Geräte in seiner Praxis, Caleta de Fustes,
sowie im Centro Clinico, Puerto del Rosario, dafür Sorge getragen, dass
Patienten auch auf Fuerteventura eine fundierte ambulante Nachsorge
bekommen können.

Mit Dr. Bludau führten wir das folgende kurze Gespräch:
FFM: Herr Dr.
Bludau, Sie sind Facharzt für Innere Medizin. Welche Vorteile bietet
die ambulante Nachsorge?
Dr. Bludau: In erster Linie entfällt der zusätzliche
Reisestress-Faktor für den Patienten. Zudem ist es ja auch eine Frage
des Zeit- und Kostenaufwands, wenn man sich wegen weiterer
Untersuchungen extra ins Flugzeug nach Gran Canaria setzen muss.
Wichtiger finde ich jedoch die Möglichkeit der Vorsorge.
FFM: Dass es gar nicht erst zum Herzinfarkt kommt?
Dr. Bludau: Richtig. Jeder Mensch, der in bestimmte Risikogruppen
fällt, kann natürlich davon betroffen werden. Aber wir haben jetzt hier
verschiedene Möglichkeiten, diese Risikofaktoren genauer zu bestimmen
und auszuwerten. Ohne dass es den Betreffenden mehr als nötig
beeinträchtigt.
FFM: Als da wären?
Dr. Bludau: Ich denke da zum Beispiel an das Belastungs- und
Langzeit-EKG sowie an die Langzeit-Blutdruckmessung. Hierbei entfällt
auch der so genannte Weißkittel-Effekt.
FFM: Klingt nach Halbgöttern in Weiß...
Dr. Bludau: Stimmt genau. Jeder Mensch bis auf ganz wenige
Ausnahmen hat in einer Praxis andere Blutdruck-Werte als in seiner
gewohnten Umgebung. Deshalb können solche Daten auch im privaten Umfeld
am wirklichkeitsgetreuesten gemessen werden.
FFM: Wie können Patienten diese Untersuchungen machen lassen?
Dr. Bludau: Entweder wenden sie sich an meine Praxis oder ans
Centro Clinico, in dem ich regelmäßig arbeite.
FFM: Herr Dr. Bludau, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!
Kontakt:
Praxis Dr. med. Hans-Bernd Bludau, Caleta de Fuste Tel.: 928-16 37 32
Centro Clinico Fuerteventura, Puerto del Rosario, Tel.: 928-85 82 00
*Patienten-Namen wurden von der Redaktion geändert
Blinde Zerstörungswut
Die
Baumassnahmen in El Cotillo bleiben auf Fuerteventura im Kreuzfeuer. Das
ehemalige verträumte Fischerdorf im äußersten Nordosten von
Fuerteventura gleicht einem überdimensionierten Besiedlungsprojekt, von
denen es auf Fuerteventura schon einige gibt, allerdings mit allerbesten
Aussichten auf Erfolg.
Die Lage ist
einmalig, die Planung der zukünftigen Infrastruktur könnte unter
Umständen Groß- und Kleinanleger überzeugen. Wäre da nicht der Makel,
scheinbar gegen alle geltenden Gesetze bei der Planung und Auftrags- und
Ausführungsvergabe verstoßen zu haben. Bürgerinitiativen und
Demonstrationen haben der weiteren Bauausführung erstmal einen Riegel
vorgeschoben. Die Gerichte werden - hoffentlich in kürzester Zeit - das
weitere Vorgehen regeln (müssen).
Die brach liegende
Baustelle leidet allerdings tagtäglich unter der der fehlenden
Beaufsichtigung. Die aufgepinselten Schriftzüge auf den neu angelegten
Strassen sind das kleinere Übel. Vandalen haben allerdings vor einigen
Wochen begonnen, etwa ein Dutzend der aufgestellten Straßenbeleuchtungen
umzureißen. Vergangene Woche betrug die Anzahl der umgeknickten, aus der
Verankerung gerissenen und zerstörten Beleuchtungskörper schon
geschätzte sechzig, vielleicht auch siebzig oder mehr.

Die Straßenlaternen
liegen auf dem letzten Teilstück zum Leuchtturm, allesamt auf der
Straße. Die geborstenen Leuchtkörper und die Scherben lassen eine Hälfte
der Straße vollkommen unbefahrbar machen. Touristen auf dem Weg zum
Leuchtturm sieht man verstört aus ihren Autofenstern schauen. Nicht
unbedingt das beste Image, was da entsteht...!
Etwas unverständlich
ist allerdings für uns auch diese blinde Zerstörungswut. Die
Straßenlaternen sehen nicht billig aus und werden letztendlich aus
Steuern bezahlt, aus unser aller Geldbeutel. Oder zahlen diese Vandalen
keine Steuern?
Zurück zur Übersicht
|