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Schneller in den Süden
Seit letzten Samstag, dem 15. Oktober, ist das erste Teilstück der
neuen Nord-Süd-Verkehrsverbindung auf Fuerteventura für den Verkehr
freigegeben.
Nach der Anbindung der vierspurigen Autovía (Schnellstrasse) an das
Verkehrsnetz müssen jetzt wohl die aktuellen Straßenkarten von
Fuerteventura eingestampft werden. Nicht viel bleibt mehr über von der
alten Serpentinenstrasse, die Costa Calma mit der noch südlicher
gelegenen, ehemaligen Fischer-Siedlung Morro Jable verbindet.

Für den Bau der
teilweise schnurgerade verlaufenden neuen Überlandstrasse sind Tausende
von Kubikmetern Stein, Felsen und Geröll abgetragen worden. Die geplante
zweijährige Bauzeit wurde um runde weitere zwei Jahre überzogen und die
Schmerzgrenze für den Pendelverkehr wurde in den
letzten 48 Monaten oftmals weit überschritten. Die neue Trassenführung
erlaubt, ohne das Gaspedal sonderlich durchtreten zu müssen, die fast 30
Kilometer zwischen Costa Calma und Morro Jable in guten 10 Minuten
zurückzulegen — vorher eine Geduldsprobe von 40 Minuten oder auch mehr.
Zur Einweihungsfeier am Samstag Mittag, die sich durch das hohe
Verkehrsaufkommen zur Mittagszeit ein wenig verschob, präsentierten sich
namhafte lokale und regionale Politiker, die bei diesem Stelldichein
nicht auf dem Foto fehlen wollten (von links nach rechts):

Die Ministerin für 'Fomento'
(Entwicklung) Magdalena Älvarez, die auch die Einweihung, die rituelle
Banddurchschneidung, vornahm, der kanarische Präsident Adán Martín, der
Bürgermeister von Pájara, Rafael Perdomo Betancor, Vertreter der
Baufirmen Firmen Cororasa und OHL, und und und ...
Die neue Schnellstrasse hat lediglich eine Länge von neun Kilometern,
beginnend vom der Senke 'Barranco de Pecenescal' bis zum 'Club Aldiana',
wo sie vorerst endet, also etwa die Hälfte der alten serpentinenartigen
Küstenstrasse. Mehrere Abfahrten mit ungewohnten Namen - El Salmo,
Barranco del Mal Nombre - lassen keine der kleineren Ansiedlungen oder
Hotels beidseitig der Strasse im Abseits liegen.
Eine schnelle Strasse - leider nicht
für alle !
Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings erhalten:
Die Beschilderung macht es eindeutig klar: das neue Teilstück ist eine "Autovía",
eine Schnellstrasse, für die, wie in Deutschland auch, besondere Normen
gelten.
Bestimmte Fahrzeuge dürfen, bedingt durch die Bauart, jenes Teilstück
nicht befahren. In Spanien sind das z.B. alle Fahrzeuge, die die
vorgeschriebenen 60 km/h Mindestgeschwindigkeit aufgrund ihrer Bauart
nicht erreichen oder, aus anderen Gründen nicht erreichen und halten
können. Auch das absichtliche langsam Fahren ist ein Vergehen.
Für alle Mofa- und Fahrradfahrer beispielsweise heißt es nun: bis hierhin und nicht
weiter! Da
bleibt nur die alte Serpentinenstrasse, die auch von allen anderen
Verkehrsteilnehmern weiterhin alternativ genutzt werden kann, allerdings
— und das grenzt an einen Schildbürgerstreich! — gilt diese Alternative
bisher nicht für das Teilstück zwischen dem Barranco del Mal Nombre
(Hotel "Tierra Dorada") und dem nördlichen Beginn der Autovía, dort
also, wo die neue Schnellstraße direkt auf die alte Hauptsraße
"aufgesetzt" wurde. An einer Umgehungsstraße wird noch gebaut, und bis
zur Fertigstellung ist deshalb allen langsameren Fahrzeugen offiziell
der Weg zum Norden, resp. Süden Jandías versperrt. Das betrifft z.B.
auch die meisten voll beladenen Laster, die an den teils lang gezogenen
Steigungen die Mindestgeschwindigkeit nicht halten können!
Das Halten oder
Parken — aus welchem Grund auch immer — ist strikt untersagt! Ausnahme
davon sind Pannen, die das Erreichen der nächsten Ausfahrt nicht
gestatten.
Eine ausführliche Reportage über die gesamte geplante
Nord-Süd-Verbindung werden Sie in der nächsten Ausgabe unseres
Fuerte-Fan-Magazins finden können.
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