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Säuberungsaktionen auf Fuerte
Die Inselregierung setzt auch in Zukunft stark auf das äußere
Erscheinungsbild unseres Eilandes. Nachdem in den vergangenen Monaten
die Straßengräben von Müll und Unkraut beseitigt wurden, sind jetzt die
'Barrancos' - die Bergeinschnitte - ins Visier genommen worden.
Eigens dafür
geschaffene Arbeitstrupps werden in den nächsten Wochen zu
Reinigungsarbeiten auf dem gesamten Territorium zu sehen sein und
teilweise wohl mit schwerem Gerät unterstützt werden müssen, um der
Müllflut Herr zu werden: verrottete Fahrräder, ausgediente
Waschmaschinen und selbst Autowracks gehören zu den größeren Teilen, die
entfernt werden müssen.
Aber auch für den
täglich anfallenden Hausmüll werden die Barrancos als Müllabladestation
missbraucht, ein Vorgehen, dem die Inselregierung endlich ein Ende
bereiten möchte. Ein heutzutage nicht verständliches Treiben, das
außerdem kein unbedingt Tourismus förderndes Image hinterlässt.
Angefangen hatte man
schon vor Jahren mit der Säuberung und Instandhaltung der Strände vor
den großen Tourismusansiedlungen. Diese Aktion weitete man später auch
auf entlegenere Strände aus. Dafür wurden teilweise die
Sonnenliegen-Aufsteller einbezogen, die ihrerseits kleine Mülleimer und
Aschenbecher unter ihren Gästen verteilen, um das 'Müllverstecken' im
Sand zu unterbinden.
Aber auch hier
reichte das alleinige Aufstellen von Müllcontainern an den
Strandzugängen nicht aus und so werden auch hier von den Gemeinden
zusätzliche Trupps zur Strandsäuberung eingesetzt. Seit Mitte November
können die Strandarbeiter auch auf die Unterstützung einer (vorerst nur
einer) Strandsäuberungsmaschine rechnen, Modell 'New Holland', die für
die Inselregierung eine Investition von rund 150.000 € bedeutete. Damit
sollen große Strandflächen in kürzester Zeit von Unrat befreit werden
können.
Ingesamt stehen der Inselregierung für solche Investitionen etwa
29.000.000 € zur Verfügung. Bessere Beschilderungen,
Service-Installationen wie Umkleidekabinen und Toilettenanlagen,
unkomplizierte Strandzugänge stehen auf dem Programm, womit dem
Hauptmotor der hiesigen Wirtschaft - dem Tourismus - Rechnung getragen
werden soll.
Aber all die
Anstrengungen und Investitionen reichen nicht aus, um die Insel von
ihrer schönsten Seite zu zeigen. Auch IHRE Mithilfe ist gefragt! Die
Umwelt dankt es.
Ein
kanarischer Abstecher in die Türkei
Eine weite Informationsreise unternahmen verantwortliche des
Tourismuspatronats und der Hotelier-Vereinigung aus Fuerteventura. Einer
der größten Mitbewerber auf dem Tourismusmarkt - das schon fast
legendäre deutsche Urlaubsziel Türkei - wurde von den Verantwortlichen
in Augenschein genommen, genauer gesagt die Regionen Belek und Belera.
Auf der Suche nach
neuen Ideen besuchte man die größten Ferienansiedlungen, um für die
Zukunft Alternativangebote zu dem bislang beworbenen "Sonne- und
Strand-Urlaubsziel" Fuerteventura zu finden.
Gefunden hatte man
viele Golfplätze, ähnlich wie auf Fuerteventura, allerdings bereits
fertig und bespielbar. So ist dann auch die 30%ige Bettenbelegung der
dortigen Hotels mit Golfsportlern nicht sonderlich überraschend. Eine
für Fuerteventura bislang futuristische Zahl. Weitere Resultate wie:
"Die Hotels stehen auf öffentlichem Gelände und werden von den
Hotelbetreibern auf lange Zeit zu einem Symbolpreis angemietet, die
Monatsgehälter des Hotelpersonals liegen im Schnitt bei 300 €."
rechtfertigen auch keine derart aufwendige Reise auf Kosten des
Steuerzahlers. Ein Blick ins Internet hätte genügt, um diese
Informationen zu erhalten. Mit derartigen Dumpingpreisen könne man nicht
konkurrieren, war als Fazit der hiesigen Touristik-Ministerin zu hören.
Vielmehr sollte man auf Fuerteventura weiterhin auf Qualität setzen.
(Auch dies hatten wir schon wiederholt in den letzten Jahren aus diesem
Ministerium gehört und ist als Resultat dieser Reise zu dürftig!)
Warum setzen wir
nicht weiterhin auf Sonne und Strand? Damit sind wir groß geworden und
außerdem ist beides ohne größeren Investitionsbedarf bereits vorhanden.
Alternativangebote: Surfen, Tauchen, Segeln, Wassersport aller Art,
...gibt es schon.
Und das Wichtigste von allem: eine vernünftige Infrastruktur!
Unsere redaktionsinterne Umfrage: Was vermissen Sie auf Fuerte, was es
in der Türkei gibt? Was sollte deshalb zusätzlich ins Angebot
aufgenommen werden? Lassen Sie uns Ihre Meinung wissen, einfach per
Email an fuerte@telefonica.net
mit dem Betreff "Turquía / Türkei". Wir versprechen, alle erhaltenen
Emails dazu an die Tourismusministerin weiter zu leiten.
Die Eröffnung des 'Centro Comercial Las Rotondas' verspätet sich
Wem ist noch nicht der für Fuerteventura-Verhältnisse gigantische Bau
an der südlichen Einfallstrasse nach Puerto del Rosario aufgefallen? Das
dort entstehende Einkaufscenter sollte bereits vor Weihnachten seine
Pforten öffnen, allerdings kann der Zeitplan nicht eingehalten werden.
Wie aus den Reihen
der betreibenden Firmen, 'Exchantur' und 'Fuerteventura Comunicaciones'
zu hören war, wird sich der Zeitpunkt der Eröffnung noch bis in den März
hinziehen
Das Shopping-Center
wird dann auf 60.000 qm Geschäftsfläche, verteilt auf vier Stockwerke,
114 Ladenlokale beherbergen, von denen 90 in den Branchen Mode- und
Komplementärartikel, Elektronic, Computer, Supermärkte, etc. tätig sein
werden. Die restlichen 24 Geschäftsräume sind für Cafeterías,
Restaurants, Schnellimbisse, usw. gedacht. Parkplatzprobleme wird es
kaum geben: 800 Stellplätze sind auf zwei unterirdischen Parketagen
vorhanden, alle Stockwerke sind über Treppen und Aufzüge erreichbar.
Man lockt mit Namen wie H&M (Henissen und Mauritz), übrigens die erste
Filiale auf den Kanaren, Ber-shka, Massimo Dutti, Kiddy's Class, Pull &
Bear, Zara, Cortefiel, Springfield, Woman's Secret, Parfumerie Douglas,
Carolina Boix, heimische Filialen von Nortysur und Calzados Navarro,
Mode von Quicksilver, Animals, Intersport, Basesport, und und und...
Leider kam eine
Absage von der französischen Supermarktkette Carrefour und auch der
Spanier Alcampo wird vorerst nicht vertreten sein (schade, schade!).
"Gehen Sie direkt ins Gefängnis! Gehen Sie nicht über Los! Ziehen Sie
nicht 4000 € ein!"
Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch? Kleine Hilfe: Monopoly.
Auf Fuerte getrimmt, klingt es demnächst so: Wir schicken Sie direkt in
den Urlaub! Sie brauchen kein Flugticket kaufen! Ihr Bett ist bereits
reserviert — im neuen Gefängnis auf Fuerte!
Mitte November hat
der Ministerrat neue Gefängnisbetten genehmigt. 18.000 auf dem gesamten
spanischen Territorium, aufgeteilt in 46 neue Zentren, von denen eines
auf Fuerteventura entstehen wird.
Bislang werden die
hier verurteilten Übeltäter im Gefängnis in Tahíche auf Lanzarote
untergebraucht, welches aber seit geraumer Zeit vollkommen überbelegt
ist, wie derzeit alle derartigen Einrichtungen in Spanien. Die aktuell
66 spanischen Gefängnisse mit 38.000 Plätzen beherbergen — laut Zahlen
von Ende November — insgesamt 51.222 Häftlinge, eine Belegungsquote von
149%.
Allerdings stehen dem
Gefängnis auf Fuerte skeptische Meinungen gegenüber. Erhöhung der
Kriminalitätsrate wird befürchtet (?), "inkombatibel mit dem Tourismus"
meinen andere. Allerdings haben auch Gran Canaria, Teneriffa und
Lanzarote diese staatlichen "All-Inklusive-Anlagen" auf ihrem Terrain
stehen. Und warum sollte man den 'presos', den Häflingen nicht auch ein
wenig Fuerte-Klima gönnen...?
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