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Lehrmittelfreiheit? — In Spanien ein nicht nachvollziehbares Phänomen der
finanzstärkeren mittel- und nordeuropäischen Länder...
¡España va bien!’ - ‘Spanien geht es gut!’, so die sich gebetsmühlenartig
wiederholende Aussage des spanischen Staatspräsidenten während seiner
andauernden Legislaturperiode. Damit meint er aber bestimmt nicht den
fundamentalen Motor, eine gut gehende Wirtschaft durch Bildungsförderung
nachhaltig zu stabilisieren.
Was man in anderen Ländern schon vor
vielen Jahrzehnten erkannt hat, nämlich dass Bildung nicht vom
Geldbeutel der eltern abhängen darf, ist bis nach Spanien noch nicht
vorgedrungen. Wie sonst ist zu erklären, dass, abgesehen von den
ungenügenden schulischen Einrichtungen — besonders auf Fuerteventura —
man in Spanien, trotz einer in den letzten Jahren aufstrebenden
Konjunktur, das Wort ‘Lehrmittelfreiheit’ für Politiker nach wie vor ein
Fremdwort zu sein scheint?
Gerade jetzt, in der letzten Phase der
Sommerferien, müssen viele Eltern bereits einen großen Teil ihres
Einkommens beiseite legen, um die immensen Kosten für Schulkleidung,
Bücher und sonstige Lehrmittel bezahlen zu können. Je nach Ort und dem
Vorhandensein - oder eben nicht - von einer Art ‘Vorschule’ für
Kleinkinder ab drei Jahren, bewegen sich die Ausgaben zwischen 72 Euros
für jene und 500 Euros für Schüler, die ein Gymnasium besuchen — pro
Schüler! Das sind lediglich die Ausgaben für das Allernotwendigste am
ersten Schultag, Nicht mit eingerechnet sind die weiteren Ausgaben für
Schreib- und Malwerkzeuge, Transportkosten, Mensa, etc... !
Die Preise für den gleichen Kurs
(Schuljahr) können auch von Schule zu Schule variieren. Nachforschungen
ergaben, dass beispielsweise die Erstinvestitionen für die Eltern der
Kinder, die die zweite Schulklasse besuchen werden, an zwei
verschiedenen Schulen auf Fuerte in der ersteren mit 56 Euros und an
einer anderen mit 120 Euros zu Buche schlagen. Dazu kommt eine ständige
jährliche Änderung der benötigten Lehrmittel, vor allem der Bücher, da
den Lehrern die Auswahl der Schulbücher obliegt. Das heißt, die Bücher
des vergangen Schuljahres kann man getrost ins Regal stellen und
anstauben lassen. Ärgerlich für Familien mit mehreren Kindern oder auch
für Schüler, die eine ‘Ehrenrunde’ drehen dürfen und die Klasse
wiederholen müssen. Ständige Änderungen, Neuerungen, Umstrukturierungen
oder ein anderes Titelblatt treiben die Ausgaben unnötig in die Höhe.
Mit aus diesem Grund ist es für viele
Schüler, unabhängig von ihren schulischen Leistungen und ihrem IQ,
unmöglich zu studieren, sollten nicht die Eltern fest dahinter stehen
und den Sprössling oder die Sprösslinge finanzieren — sollte es ihnen
denn möglich sein.
Vielleicht hat aus der Politik auch
keiner Interesse daran, jenen Missstand zu ändern — so bleiben billige
Arbeitskräfte erhalten! Dazu muss man wissen, dass in Spanien - im
Ranking mit den anderen EU-Ländern - die mit Abstand zweitschlechtesten
Gehälter bezahlt werden. (Die rote Laterne hält Portugal!)
...oder auch einfach aus der Gleichgültigkeit, nach dem altbekannten
Motto: Das war doch immer so.... (Ein sehr beliebtes und häufig für
Ausreden verwendetes Zitat in Spanien!)
Angesichts dieser Missstände muss man
sich allerdings auch fragen, warum sich Spanien bei der letzten
PISA-Studie weit vor Deutschland platzieren konnte...?!
Wird eine politische Lösung
für die Bauvorhaben bei El Cotillo gesucht?
Bei dem strittigen Bebauungsplan in
und um die Gegend von El Cotillo soll vermutlich die Notbremse gezogen
werden.
So jedenfalls äußerte sich der
Tourismusminister der kanarischen Regierung, José Juan Herrera. Mit
einem genehmigten Bebauungsplan auf der einen Seite und den andauernden
Protesten dagegen auf der anderen Seite, müsse eine für alle Parteien
zufrieden stellende Lösung gesucht werden, was aber aufgrund der bereits
vergebenen Lizenzen und dem Beginn der Arbeiten nicht einfach sein
werde.
Größere Schwierigkeiten sieht er vor
allem in der Verwirklichung des Golfplatzes, der, trotz des genehmigten
Bebauungsplans, weitere Pläne zur Infrastruktur jenes Terrains
erfordere, so wie es der PIOF (Plan Insular de Ordenación del Territorio
de Fuerteventura) vorschreibt. Es sei ein paradiesisches Fleckchen Erde,
das der touristischen Ausbeutung nicht geopfert werden sollte, so sei
sein Umdenken bezugnehmend auf jenen speziellen Fall zu verstehen. Mit
bürgernahem Denken möchte man die Sachlage nochmals diskutieren; er
schränkt aber ein, dass auch die Promotoren jener Massenkonstruktionen
sich Rechte erworben (oder besser gesagt: erkauft) haben, die nicht so
ohne weiteres abgegolten werden können, da die Verträge rechtens seinen.
Zur gleichen Zeit wurden mehrere Verantwortliche im Streit um den
geplanten Bau eines 6000-Betten-Hotels mit einem 18-Loch-Golfplatz im
Bebauungsplan des ‘Plan Parcial Costa del Faro’ und dessen Genehmigung
vor den Kadi zur Aussage zitiert. Geladen als Angeschuldigte wegen
Amtspflichtsverletzung wurden der Direktor der Abteilung des Gebiets-
und Umweltschutzes, Pedro Gómez, und der Ex-Direktor der Abteilung
‘Obras Públicas’ (Bauamt), Domingo Berriel, wegen ihrer Unterstützung
des Projekts, sowie die damalige General-Direktorin der Abteilung
‘Ordenación del Territorio’ (Amt zur Klassifizierung des Territoriums)
und heutige PP-Abgeordnete María del Carmen Castellano, ebenfalls wegen
Unterstützung bei dem Genehmigungsverfahren bei der ausschlaggebenden
Sitzung am 26. Juli 2000, in ihren Funktionen als Mitglieder der COTMAC
(Comisión de Ordenación del Territorio y Medio Ambiente de Canarias),
jene allmächtige staatliche Organisation, die das letzte Wort bei
Bebaungs- oder Planänderungsverfahren hat. Bei jener Sitzung wurde u.a.
der polemische Bebauungsplan ‘Costa del Faro’ genehmigt, im Beisein von
nur drei der neun stimmberechtigten Mitglieder....
Weiteres steht noch aus, wir werden Sie aber auf dem neuesten Stand
halten!
Unterstützung auf
breiter Front für den Fall ‘Altstadtkern Corralejo’
Rege Teilnahme beim Protestmarsch in
Corralejo gegen skrupellose Bodenspekulanten im allgemeinen und die
Firma Delval Internacional im speziellen.
Es geht hauptsächlich gegen jene Firma,
die die Einschreibung ‘ihres’ Grundbesitzes, eine im Altstadtkern von
Corralejo gelegene Parzelle mit der Nummer 951, reklamiert und die
Räumung der Häuser verlangt - zu Unrecht, wie alle Zeichen darauf
hindeuten.
Die betroffenen Familien, inzwischen dort
ansässig seit über hundert Jahren, vererbten ihr Heim von Generation zu
Generation. Die Grundstücke kauften jene Groß- oder Urgroßväter
seinerzeit von einem Großgrundbesitzer, der Familie Viñoly — wie in
diesen Zeiten üblich, per Handschlag! Ein Mann, ein Wort! Und jenes will
sich heutzutage eine Immobilienfirma zunutze machen: das Fehlen
entsprechender Papiere, Grundstückseintragungen oder Kaufverträge.
Die Familie Viñoly verkaufte jene
Grundstücke im Jahre 1965 erneut an eine Firma Palafusa S.A., und jene
wiederum vor zwei Jahren an besagte Firma Delval Internacional, die in
den heutigen Tagen die Familien ehemaliger Fischer aus den Häusern und
von den Grundstücken drängen will.
Hilfe scheint für die Familien allerdings
von ‘ganz oben’ zu kommen. Drei der sechs Verwaltungskreise auf Fuerte
haben bereits ihre Unterstützung zugesagt, der Vizepräsident der
Verwaltung des Cabildos hat seine Hilfe für die betroffenen Anwohner
zugesagt, die Rechtsleere zu klären und auch die Bürgermeisterin vom
Kreis La Oliva wird sich für eine juristische und verwaltungstechnische
Unterstützung der betroffenen Anwohner stark machen, damit jene ihren
Grundbesitz nicht verlieren.
Möglicherweise (oder besser:
hoffentlich!) wird die Immobilienfirma Delval Internacional den Kürzeren
ziehen: Viele der besagten An- und Einwohner jener Häuser können
Rechnungen über bezahlte Grundstückssteuern, Wasser oder Strom aus
vielen, vielen Jahren vorlegen, datiert in den Jahren 1934 und ff und
weiter zurück. Ob dies als Beweis reicht? Hoffen wir es für die
Anwohner.
Auch hier werden wir Sie auf dem Laufenden halten.
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