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“Overbooking” beim Einchecken? - Neue Rechtslage!
“Urlaub geplant, Koffer gepackt und in
drei, vier Stunden... — immer noch am Flughafen!? Alptraum vieler
Urlauber. Der Reiseveranstalter hat mehr Flugtickets verkauft als die
Fluglinie Sitze bereitstellen kann.
Das passiert immer wieder zur
Hauptreisezeit, und mehr noch, weil, wie gerade erneut vom zweitgrößten
europäischem Reiseveranstalter Thomas Cook angekündigt, Fluglinien
zwecks Kosteneinsparung und Gewinnmaximierung zusammengelegt werden oder
ganz fusionieren.
Die Europäische Union und das spanische
Ministerium für Transport und Verkehr haben in den letzten drei Jahren
an einem Dekret zur Entschädigung der Betroffenen gearbeitet. Es soll
folgendermaßen aussehen und ab dem Sommer nächsten Jahres in Kraft
treten: Flugpassagiere, die betroffen sind von einem Überverkauf (Overbooking)
von Flugplätzen, von Verspätungen, oder denen der Einstieg aus anderen
Gründen verweigert wird, haben ein Recht auf eine Entschädigung in Höhe
von € 400,00 oder andere festgeschriebene Rechte wie Unterbringung und
Verpflegung auf Kosten des Flugunternehmers. Das Start- oder Reiseziel
sind dabei die Kanaren und eines der Länder der europäischen Union.
Sollte die Distanz mehr als 3.500 Kilometer betragen, erhöht sich die
Summe auf
€ 600,00. Als positiv wird die Übereinkunft vor allem auf dem
kanarischen Archipel aufgenommen, da an erster Stelle als
Transportmittel nach ‘wohin-auch-immer’ das Flugzeug steht.
Ökosteuer-Debatte auf den
Kanaren
Schon seit einiger Zeit spielt man
mit dem Gedanken, eine Öko-Steuer auf den Kanaren einzuführen, wie es
vor wenigen Jahren auf den balearischen Inseln Mallorca, Menorca,
Formentera und Ibiza in Angriff genommen wurde.
Die Steuer soll in erster Linie zum
Schutz und Erhalt der Umwelt genutzt werden und ausschließlich von der
Tourismusindustrie abgeführt werden. Im Klartext heißt das, jeder
Urlauber bezahlt mit seinem gebuchten Urlaub eine Summe pro Person, pro
Tag, die, auf die Preise der Urlaubsreise aufgeschlagen, von den Hotels
an den Staat abgeführt werden sollen. Es ist von einem €uro pro Kopf pro
Tag die Rede.
Eine Blitzumfrage unter der Bevölkerung
und passierenden Touristen überraschte alle: Über 80% der Befragten
würden mit der Einführung jenes Tributs einverstanden sein, sollte jene
Abgabe tatsächlich für Fragen der Umwelt eingesetzt werden. Im Ergebnis,
aufgeteilt in Bevölkerung der Kanaren und Urlauber, ist der
Meinungsunterschied groß: Einhundert (100!) Prozent der befragten
Bevölkerung sprechen sich für die Einführung einer Öko-Steuer aus, unter
den Touristen sind es immerhin noch knapp über 70%, die die Abgabe
befürworten. Auf den Balearen ist man im Gegensatz zu der hiesigen
Diskussion zur Einführung jener Umweltabgabe bereits auf dem Rückzug;
dort plant man deren baldige Abschaffung.
Auch in Deutschland gibt es in
verschiedenen Gegenden eine Urlauber-Zwangsabgabe, deren Nutznießer die
Kommunen sind: die Kur-Taxe.
Neues Kultur-Zentrum
in Puerto del Rosario
Einer der geschichtsträchtigsten
Bauten in Puerto del Rosario ist nach langjährigen Umbau- und
Renovierungsarbeiten Mitte Oktober mit einem festlichen Akt seiner neuen
Aufgabe übergeben worden: Das ehemalige Kinogebäude ‘Cine Marga’ im
Stadtteil ‘El Charco’, am Hafen unserer Hauptstadt.
Der Bau, geplant Mitte der 50er des
vergangenen Jahrhunderts, genehmigt und erbaut im Jahre 1960 von den
damaligen Eigentümern Castro und Guillermo Martínez Soto, wurde sogleich
der gesellschaftliche Mittelpunkt der damaligen Bevölkerung des
damaligen "Puerto de Cabras". Ein Kino, eine ‘Discothek’ und
künstlerische Akte von angehenden Artisten, die auf der Bühne ihre
ersten Schritte zum Ruhm unternahmen, konvertierten das ‘Cine Marga’ zu
DEM Treffpunkt - und nicht nur der damaligen Jugend.
Der Niedergang begann Ende der 80er Jahre
- dem Beginn der massiven touristischen Entwicklung Fuerteventuras - und
Anfang der 90er schloss das ‘Cine Marga’ seine Türen. Ohne eine Idee für
die weitere Nutzung des Gebäudes begann dessen Verfall.
Vor wenigen Jahren erwarb die
Inselregierung, damals noch ohne konkrete Pläne zur weiteren Nutzung,
die Ruine. In den vergangenen zwei Jahren wurde eine anfängliche Idee
vom Kultusministerium in die Tat umgesetzt, und am 17. Oktober diesen
Jahres in neuem Glanz der Öffentlichkeit vorgestellt: das Kultur-Zentrum
der schönen Künste ‘Juan Ismael’, in Gedenken an den einheimischen Maler
und Namensgeber jener Einrichtung.
Die detailgetreue Restaurierung der
Fassade lässt viele einheimische Anwohner in Erinnerungen an jene
‘schöne’ Zeit schwelgen. Der Innenraum wurde vollkommen neu gestaltet
und an die neuen Bedürfnisse angepasst. Auf vier Etagen sind nun
Ausstellungssäle, eine Cafetería, ein Geschäftslokal, Handwerksräume für
Künstler, zwei Konferenzräume für bis zu 112 Teilnehmer auf einer Fläche
von 550 qm, ein Vorführungssaal, sowie ein Geschichtszentrum mit
Bibliothek und dazu gehörender Videothek mit Internetzugang
untergebracht.
Beim Betreten des Gebäudes befindet man
sich direkt in einer großen Eingangshalle, die, geradewegs folgend, auf
einer Terrasse auf der Meerseite endet.
Zu Ehren der Einweihung wurden vom
‘comisario’ des Kulturministeriums, Fernando Martín Galán, Arbeiten von
einheimischen und ansässigen Künstlern unter dem Motto “¡Agua!”
(Wasser) ausgewählt. Berühmte und bekannte Künstler wie Klaus
Berends, Sagrario Cabrera, Carlos Calderón, Javier Camarasa, Andreas
Castagna, Juana Fránquiz, Elvira Isasi, Silverio López, Jesús Machín,
Loren Mateo, Chus Morante, Reiner Müller, Toño Patallo und Peter Wehr
waren die ersten, deren künstlerischen Aktivitäten jene Ehre zuerkannt
wurde, die Kunst ‘made in Fuerte’ zu repräsentieren und der Einweihung
den passenden Rahmen zu verleihen.
Interessant ist die akustische
Untermalung, eine Zusammenstellung von ‘Wasser-Klängen’ - Geräusche von
Regen, fließendem Wasser im Landesinneren, Tropfen des Wassers in ein
Wasserdepot und, natürlich, der Klang des Meeres und der Wellen.
Zu finden ist das ‘Centro de Arte Juan
Ismael’ in Puerto del Rosario: Aus dem Süden kommend biegen Sie gleich
am ersten Kreisverkehr (jener der die Kreation einer aus Eisenresten
gefertigten Nachbildung eines Mannes im Zentrum stehen hat) nach rechts
ab, der Ausschilderung Richtung Hafen folgend (puerto comercial). Etwa
1,5 km der Hauptstrasse folgend, den Hafen passierend, können Sie bei
der Tankstelle an der linken Seite langsam einen Parkplatz suchen.
Vom Norden her ist es etwas
komplizierter: Aus Corralejo kommend nehmen Sie direkt die erste
Ausfahrt und folgen dem Verlauf der (abbiegenden) Hauptstrasse. Am
nächsten Kreisverkehr biegen Sie nach links in die Innenstadt ab. Ab
hier ist dann auch der Hafen ausgeschildert. Verlieren Sie sich nicht in
der Innenstadt, es gibt viele Kreuzungen, an denen Sie nicht nach links
Richtung Meer abbiegen dürfen.
Die Öffnungszeiten des Kunstzentrums:
Dienstag bis Samstag, von 10.00 h bis 13.30 h und von 17.00 h bis 21.00
h. Es ist noch die Eröffnungsausstellung “¡Agua!” zu sehen.
Tipp unserer Redaktion: Einladend, interessant, sehenswert - und
nicht nur an Regentagen... Sehr empfehlenswert!
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