Sechs vergiftete Guirres aufgefunden
Seit dem Jahre 2000 hat man, laut vorliegenden Daten des Cabildos de
Fuerteventura,
insgesamt 37 der kleinen Aasgeier tot aufgefunden, sechs davon in den
letzten Wochen.
Die Sterbensursachen in all den Fällen schließe einen natürlichen Tod
aus. Der Großteil der verendeten Tiere hat sich in den
Hochspannungsleitungen verfangen, für weitere zwölf war die Todesursache
toxische Pestizide. Die in den vergangenen Wochen aufgefundenen
verendeten Geier waren eindeutig Opfer von ausgelegten Giftködern. Mit
dem Sterben jener Tiere, die gerade in das reproduktionsfähige Alter
kamen, ist der Erhalt der vom Aussterben bedrohten Spezies extrem in
Frage gestellt.
Der jüngste Vorfall ereignete sich im "Valle de Sise" um Pozo Negro, im
Landkreis Antigua. Eine vergiftete Ziege wurde just unter der Niststelle
eines Guirrepaares — allem Anschein nach ein bösartiger Vorsatz — als
Köder ausgelegt. Die gefundenen Pestizide — Aldicarb (Kemik von Bayer),
Carbofurano (Lannate von DuPont) und Metomilo (Furadan von FMC Foret S.A.)
— fallen in die Kategorie 'toxisch' (giftig) und sind äußerst gefährlich
für Säugetiere und Vögel. Die Mischung jener Gifte in sehr viel
geringerer Dosis wird vor allem in der Agrarindustrie zur
Schadensbegrenzung bei Befall von Kleintieren verwendet. Die genannten
Gifte wurden allerdings auch in einigen Fällen von skrupellosen Jägern
zur Austilgung von unerwünschtem Kleinwild in Kadaver injiziert und
ausgelegt.
Seltsamerweise haben die letzten Fälle der tot aufgefundenen
Schmutzgeier allesamt mit einem markanten Datum übereingestimmt. Seit
dem ersten Mai sind die Übungsplätze für die Ausbildung von Jagdhunden
auf Antrag der Jägervereinigung genau in diesem Territorium eröffnet
worden.
Wie dem auch sei, es dürfte nicht sehr schwer fallen, die Autoren dieser
Geschehnisse ausfindig zu machen, da die verwendeten Pestizide
ausschließlich in speziell autorisierten Geschäften verkauft werden
dürfen, die außerdem in einem Register die verkaufte Menge und den
Käufer festhalten müssen.
Es ist sehr bedauernswert, dass einige Gewissenslose die intensive und
jahrelange Arbeit von vielen — und nicht nur Naturschützern — auf diese
Weise zunichte machen! Der "Guirre", "Alimoche" oder "kleine
Schmutzgeier" ist einer der einzigartigsten Vögel auf Fuerteventura.
Von vielen Seiten wird erwartet, dass diese Aktion nicht ungesühnt
bleiben darf. Seitens der Grünen wird von den zuständigen Autoritäten
eine lückenlose Aufklärung dieser Vorkommnisse erwartet und man fordert
von der kanarischen Regierung eine bessere Kontrolle über den Verkauf
und Einsatz der Pestizide.
Eine Tonne Teerbatzen um El Cotillo zusammengetragen
Aus dem Ayuntamiento von La Oliva ist die ständige Anschwemmung von
Teerbrocken, die von Tankschiffen stammen, die ihre Tanks in offener See
ausspülen, öffentlich verurteilt worden. Bei einer Säuberungsaktion
eines 60 Meter langen Küstenstreifens am vergangenen Sonntag, 6. Juni,
sammelte man sage und schreibe 1000 kg der klebrigen Ölmasse ein.
“Es ist traurig festzustellen, dass der gesamte Küstenstreifen von
Teerbatzen überzogen ist,” ließ der Abgeordnete für Umweltschutz,
Strände und Gesundheit, José Luis López, verlauten. Der Veranstalter der
Reinigungsaktion war wieder einmal die private Umweltorganisation 'Clean
Ocean Project', unterstützt von der Verwaltung in La Oliva.
Zu der Tonne des klebrigen Teers sind außerdem noch fast drei weitere
Tonnen Müll und Schutt aller Art dazuzurechnen, die in den wenigen
Stunden der Aktion zusammengetragen wurden.
Von der Verwaltung wird von den zuständigen staatlichen Organen ein
Eingreifen in diese prekäre Situation gefordert: “Wir können nicht
einfach so zusehen, dass jene Küstenstreifen auf diese brutale Art
kontaminiert werden. Die Tanker säubern ihre Tanks auf offener See, da
eine effektive Kontrolle einfach nicht existiert. Mit diesen Aktionen
ruinieren jene die Umwelt und da dies regelmäßig passiert, müssen die
staatlichen Institutionen diesem Treiben endlich einen Riegel
vorschieben.”
Auch ein Lob an die teilnehmenden Personen der Säuberungsaktion wurde
ausgesprochen: “Wenn wir unsere Strände nicht selbst sauber halten, wer
sollte es sonst machen?”, und auch an die nicht präsenten Anwohner hielt
er einige Worte parat: “Bei der Aktion vom Sonntag vermissten wir
eigentlich etwas mehr Personen aus der hiesigen Region, um nicht zu
sagen: von der ganzen Insel!”
Des weiteren verwies er auf die nächste geplante Aktion im Juli, wieder
etwa an der gleichen Stelle.
Antiker Büchermarkt in Puerto del Rosario
Vom 4. bis noch einschließlich dem 13. Juni diesen Jahres findet an der
"Plaza de la Paz" (Friedensplatz) im Zentrum von Puerto del Rosario die
Büchermesse für antike Bücher statt, inzwischen in seiner vierten
Auflage.
Veranstaltet vom Kulturministerium und unterstützt von der 'Vereinigung
der Buchhändler für antike Bücher' aus Andalusien, warten etwa 50.000
Bücher in 16 Ständen auf den Besitzerwechsel. Gefunden und erstanden
werden können Bücher aus dem 17. Jahrhundert und Drucke aus dem XVIII.
Als Neuheit dieses Jahres kann man auch (historische) kanarische
Literatur vorfinden, ebenso wie Kinderbücher. Für die Unterhaltung der
Kleinen sind außerdem verschiedene Veranstaltungen geplant.
Tipp unserer Redaktion: Besuch auf jeden Fall lohnenswert!
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