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Heuschrecken-Invasion vorerst
kein Grund zur Beunruhigung
Überrascht waren viele Urlauber in den letzten Tagen über die Ankunft
der — in den spanischen Medien angekündigten — Invasion der
Wanderheuschrecken. Die rot-farbigen, etwa 10 cm langen Langostas
oder Cigarras (so werden sie im Spanischen genannt)
fressen alles 'Grüne' weg, was sie auf ihrer Wanderung finden.
Wer die Notizen in
den letzten Wochen aufmerksam beobachtet hatte, weiß, dass die
Baumgrillen den gesamten Norden von Afrika überfallen und reichlich
'Kahlschläge' angerichtet haben. Von Mauretanien über die Sahara, den
Senegal, Mali, Nigeria, den Tschad, Sudan, Gambia, bis hoch nach
Marokko, und in Richtung Osten bis nach Ägypten, hat sich eine der schon
in der Bibel beschriebenen "Sieben Plagen" reichlich verbreitet und
vermehrt. Man spricht von mehreren Millionen Exemplaren.

Die für die Wanderung
der Grillen günstigen Winde haben in den letzten Tagen bewirkt, dass
eine große Anzahl jener 'Tierchen' die Meerenge zwischen dem
afrikanischen Kontinent und dem kanarischen Archipel überqueren konnte.
Lanzarote und Fuerteventura sind die Inseln, welche die Invasion als
erste getroffen hatte.
Auch die
Wasserströmung hat ihr übriges dazugetan, weiß man doch, dass die
Grillen — gar nicht so dumm! — 'Bälle' formen und sich so mit der
Meeresströmung treiben lassen, bis sie wieder 'festen Boden unter den
Füßen' haben. Dass einige dabei sterben, hat man an den Stränden und
Buchten von Jandía nachvollziehen können.
Obwohl man den
Zivilschutz in Alarmbereitschaft versetzt hatte, spricht man in der
Inselregierung noch nicht von einer Plage (bei 50 Individuen pro
Quadratmeter) und schätzt die angelandeten Exemplare auf runde 5.000
(erste Bestandsaufnahme am 27.11.04). Für den Fall der Fälle hat man aus
Gran Canaria allerdings bereits Insektengift angefordert, welches jedoch
nur im äußersten Falle angewendet werden soll.
Das Gift - 'clorpyrifos'
(für Techniker: Clorpyrifos ethyl: O,O Diethyl O
(3,5,6-tricloro-2-piridinil) fosforotiato (equivalent mit 940 grs. von
I. A./Lt.) - greift direkt das vegetative Nervensystem der Tiere an und
wirkt sowohl beim Fressen von behandelter (gespritzter) Vegetation als
auch beim körperlichen Kontakt der Tiere mit der Giftlösung. Allerdings
ist auch die Wirkung auf den Menschen nicht so ganz ohne, weswegen nur
mit äußerster Vorsicht und unter hohen Sicherheitsmaßnahmen gespritzt
werden darf. So können das Einatmen oder Einnehmen Kopfschmerzen
verursachen, die Sehkraft beeinflussen, erhöhten Tränenfluss und Mund-
und Nasenflüssigkeit hervorrufen, allgemeines Unwohlsein, Muskelkrämpfe,
Schwindelgefühl, Durchfall, plötzliche Wechsel des Pulses, u.a.
Am 27. Nov. ist der
Einsatz von dem weißen, kristallartigen Pulver, das Zucker ähnelt, von
der Inselregierung zum Schutz der landwirtschaftlichen Anbauflächen
genehmigt worden. Allerdings hoffte man auf das Drehen des Windes und
auf — Regen!, welcher der aufkommenden Plage ein schnelles Ende setzen
könnte. Beides traf letzte Nacht ein, sodass man heute schon wieder von
Entwarnung spricht.
Lassen Sie sich
übrigens nicht durch reißerische Schlagzeilen in Deutschland
verunsichern: Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art — das Gleiche
geschah zuletzt im Vorjahr mit einer anderen, kleineren Spezies der
Wandergrille - und es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass
der Mensch sich dem Willen der Natur (fast) hilflos ausgesetzt fühlen
wird. Soviel Schaden die Grillen auch anrichten können, für den Menschen
selbst bedeuten sie keine (direkte) Gefahr.
Das 'Parador Nacional Hotel
Playa Blanca'
geht ins Eigentum der Insel über...
Die
'Paradores Nacionales' — Nationale Raststätten — sind ein Überbleibsel
aus vergangenen Jahrzehnten, in denen der Staat eine 'eigene Hotelkette'
betrieb. Jene Hotels der überwiegend mittleren bis gehobenen Kategorie
trifft man auf spanischem Territorium in allen touristisch relevanten
Gebieten an.
Die ehemaligen
staatlichen Hotels werden jetzt nach und nach verprivatisiert oder, wie
im vorliegenden Fall von Fuerteventura, in die Obhut der regionalen
Regierung übergeben.
Das Hotel 'Parador
Playa Blanca' war noch bis vor wenigen Jahren ein Hotel der
3-Sterne-Kategorie, in dem überwiegend Geschäftsreisende übernachteten,
bevorzugt durch seine Lage direkt zwischen Flughafen und der
Inselhauptsstadt Puerto del Rosario.
Weiterhin als Hotel
betrieben, pachtete die Inselregierung jenes und installierte dort
zusätzlich eine Hotelfachschule zur Ausbildung angehender Köche,
Kellner, Rezeptionisten, etc.
Dem Antrag der
Inselregierung zur kompletten Übernahme des Paradors im Jahr 2002 hat
man nach einer zweijährigen Denkphase nun zugestimmt, und demnächst wird
die Hotel-Fachschule in den Grundbüchern als Eigentum Fuerteventuras
stehen, zusammen mit dem Grundstück von über 10.000 Quadratmetern. Die
Übernahme des Paradors ist für die Inselregierung kostenfrei, dank der
Zustimmung des spanischen Parlaments.
Der 'Jetfoil' bleibt nun
vorerst doch erhalten
Entgegen einer vorhergehenden Information unserer Redaktion, welche die
Ersetzung des Jetfoils durch eine neue Fähre ankündigte, hat sich der
Betreiber, die Reederei Transmediterránea, jetzt doch zur Fortsetzung
dieses Services entschlossen.
Aufgrund der Anfang
des Jahres angekündigten Stilllegung der Tragflächenboote hatten sich
die Inselregierungsvertreter zur Beibehaltung der schnellen Verbindung
mit der Mutterinsel Gran Canaria eingesetzt, wie aus Bürgerkreisen,
allen voran die Pendler zwischen Fuerte und Gran Canaria, gefordert
wurde.
Verantwortliche der
Reederei haben jetzt die Weiterführung der Fährverbindung bestätigt, und
sogar noch einen draufgesetzt: der Jetfoil wird ab 4.12.04 die Strecke
Gran Canaria — Fuerteventura gleich zweimal täglich absolvieren.
Die neuen
Abfahrtzeiten sind demnach:
Las Palmas - Morro
Jable: 07.00 h
Morro Jable - Las Palmas: 09.00 h
Las Palmas - Morro Jable: 15.00 h
Morro Jable - Las Palmas: 17.00 h.
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