Fuerteventura Spezialreport Morro Jable und Jandia Playa

 

 

Fuerteventura Infos
...direkt aus Fuerteventura

 

Fuerte Fan Magazin — das deutschsprachige Urlaubsmagazin für Fuerteventura

Fuerteventura Spezial-Report

JANDIA SÜD
mit Morro Jable, Jandia Playa,
Puerto de la Cruz und Cofete

Fuerte Fan Magazin — das deutschsprachige Urlaubsmagazin für Fuerteventura


Fotos zum Vergrößern einfach anklicken!


Auszüge aus dem Titelthema der 2. Ausgabe 2003 des FUERTE FAN MAGAZINs

Wer heute als Tourist nach Jandía kommt, wird sich nur schwer vorstellen können, dass es gerade mal vierzig Jahre her ist, als die Halbinsel touristisch entdeckt wurde und das erste Hotel entstand. Bis dahin war dieser südliche Teil Fuerteventuras nur sehr dünn besiedelt, hauptsächlich von Fischern und Ziegenbauern.

Aber fangen wir doch ganz einfach von vorne an:

Vorab eine kurze Begriffsbestimmung

Heute verbindet man landläufig mit dem Begriff „Jandía“ die touristisch am stärksten frequentierte Siedlung im Süden der Insel, doch der Name steht eigentlich geographisch korrekt für die gesamte südliche Halbinsel Fuerteventuras, beginnend am Istmo de la Pared, der mit ca. 5 km schmalsten Stelle der Insel. Im weiteren Verlauf unserer Ausführungen werden wir deshalb eine für Urlauber leichter verständliche Terminologie benutzen: Wenn wir von “Jandía” sprechen, meinen wir die gesamte Halbinsel, wenn wir den Begriff “Jandía Playa” benutzen, meinen wir das gesamte Urlaubsgebiet auf beiden Seiten der Hauptstraße östlich von Morro Jable. Es beginnt hinter dem Hügel, der den Ort und die Feriensiedlung trennt, und endet ca. 3 km weiter am Hotel “Iberostar Palace”. Eingeschlossen in dieses Gebiet ist auf der Strandseite die “Playa Matorral” und gegenüber die “Solana Matorral”, also alle Hotels, Shopping-Centers, gastronomischen und sonstigen Ladenlokale entlang der Hauptstraße.

Und noch etwas: Einen ausländischen “Insel-Insider” erkennt man nicht zuletzt daran, dass er “Jandía” richtig ausspricht: Das “J” klingt wie “ch” im Wort “machen”, und die Betonung liegt auf der zweiten Silbe (auf dem “í”).


Luftaufnahme der Playa de Jandía

Wie entstand Jandía?

Vor etwa 12 bis 17 Millionen Jahren brach Lava durch die Erdkruste der Vulkaninsel und erkaltete. Wieder von Asche bedeckt und erneut von Lavaströmen überflutet, entstand so mit der Zeit eine über 800 m hohe, übereinander geschichtete Plattenformation, die heute das Relief Jandías prägt. Die Halbinsel Jandía wird durch die Meerenge Istmo de La Pared vom restlichen Inselteil, „Maxorata” genannt, getrennt. Jandía, so wird vermutet, könnte der Rest eines riesigen Kraters sein, dessen nordwestlicher Teil im Meer versank. Die höchste Erhebung des Jandía-Massivs ist der „Pico de la Zarza (heute auch „Pico de Jandía“ genannt), der immerhin stolze 807 m erreicht.

Die ursprüngliche Besiedlung Jandías ist bis heute noch nicht völlig geklärt.
Für Anthropologen und Archäologen gibt es, trotz eingehender Untersuchungen immer noch ungelöste Rätsel. Es scheint, dass die ersten Siedler von den Römern im 1. Jahrhundert
v. Chr. strafdeportierte, aufständische Berber aus der Gegend des heutigen Algeriens waren.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts weideten auf der Halbinsel etwa 4.000 Ziegen und eine große Menge Schafe, Kühe, Esel und Dromedare. Ferner gab es Feigenkaktus-Plantagen, die eine Fläche von 4 km2 einnahmen, einige Zuckerrohr-Plantagen und weite Landstriche mit einer großen Vielfalt an Obstbäumen. Siebzehn sehr ergiebige Kalkbrüche wurden betrieben, wobei die Kalksteinformation von "Matas Blancas" die beste der ganzen Insel war. Aus diesem Grund entstand hier eine große Kalkbrennerei, deren teilweise gut erhaltene Öfen noch heute zu sehen sind. Dieser Gewerbezweig, der bis Mitte des 20. Jahrhunderts gut florierte, wurde dann allerdings vom Zement verdrängt.

Ferner gab es damals Wohnungen für Pächter, Schäfer, Färberflechten-Anbauer und, hauptsächlich im Tal von Cofete, für Fischer.

Es gab zu jener Zeit reichhaltig Wasser von guter Qualität in Jandía. Aufschluss darüber geben Ortsnamen wie Agua de Toros, Agua de Ceballos, Siete Fuentes, etc.

Dieses bedeutende Gebiet gehörte bis zu den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Landgrafen von Lanzarote. Sie schickten ihre Bewohner zur besseren Nutzung ihres Lehns-gebietes hierher, und da diese Familien sehr abgeschieden vom Rest der Insel lebten, heirateten sie meistens untereinander.

Sie hatten seltsame Bräuche wie das Begraben der Toten am Strand, ohne jegliche Einfriedung, unter einem Hügel aus Steinen mit einem Kreuz drauf (heute noch in Cofete zu sehen). Sie hatten eine eigentümliche Angst vor den Bergen und waren überzeugt, dass die Seelen am Meer ungehinderter ins Paradies finden würden.

Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts ging es mit Jandía wirtschaftlich bergab und das Gebiet entvölkerte sich. Im Jahre 1964 war das Gebiet praktisch nur noch von Fischern und Ziegenhirten besiedelt und nur auf dem Seeweg oder von Gran Tarajal aus über endlose, holprige Feldwege zu erreichen.

Die touristische Entwicklung

Im selben Jahr entdeckten zwei junge deutsche Architekten, Manfred Henneken und Gustav Schütte (der heutige Besitzer der auf dem “Morro-Hügel” liegenden Appartement-Anlage und des gleichnamigen Gourmet-Restaurants „Coronado“) von ihrer Segeljacht aus die Traumstrände der Playa Matorral bei Morro Jable. Sie hatten gerade in Puerto del la Cruz auf Teneriffa einige Bungalowanlagen gebaut und waren so fasziniert von den Traumstränden Jandías, dass sie die Idee vom Bau einer kleinen privaten Urlaubsunterkunft für ähnlich „verrückte“ Strandbegeisterte nicht mehr los ließ.


Anfang der Siebziger Jahre: Apartamentos "Don Carlos",
Robinson Club "Jandía Playa" und Apartamentos "Matorral"
Im Hintergrund das Dorf Morro Jable

Im Gebiet der damaligen Salinen (ungefähr dort, wo heute das Hotel „Faro“ steht) bauten sie unter abenteuerlichsten Bedingungen ein kleines, einfaches Haus und tauften es „Casa Atlantica“.

Als Partner hatten sie inzwischen einen alten Freund gewonnen, den Chef der damaligen Fluggesellschaft „Südflug“, Rul Bückle. Durch dessen gute Beziehungen aus gemeinsamen Teneriffa-Zeiten zu Scharnow und Touropa (aus denen dann später die TUI hervorging) konnten dann auch die ersten Charterurlauber gewonnen werden. Die private Unterkunft bauten sie zu einem kleinen Hotel mit 50 Betten aus, das offiziell 1966 eröffnet wurde.


...als Morro Jable noch ein Fischerdorf war

Heutige Pauschalurlauber können sich kein Bild davon machen, was eine Reise von Deutschland nach Jandía damals bedeutete. Ein kleiner Flughafen nordwestlich von Puerto del Rosario (dessen Landebahn die Landstraße kreuzte) war das Ziel der Propeller-maschinen, in welche die Urlauber auf Teneriffa oder Gran Canaria umsteigen mussten.
Ab Gran Tarajal Richtung Süden gab es keine asphaltierte Straße mehr, sodass der Transfer, je nach witterungsbedingter Beschaffenheit der Feldwege, zwischen 5 und 7 Stunden dauerte! Und auch der Aufenthalt im Hotel „Casa Atlantica“ war natürlich nicht mit heutigen Verhältnissen zu vergleichen. Obwohl sich die Betreiber alle Mühe gaben und manchmal wahre Wunder vollbrachten, so waren doch z. b. Wasser- und Stromausfall an der Tagesordnung, die Versorgung mit den notwendigsten Gütern wie Getränken und Lebensmitteln war extrem schwierig, obwohl es natürlich frischen Fisch auch damals schon immer in ausreichender Menge gab. Improvisation war alles und die Anekdoten aus dieser Zeit würden ganze Bände füllen!


Hier entstand schon so manche deutsch-kanarische Freundschaft!

Und doch war der Begriff „Urlaubsreklamation“ für die damaligen Gäste ein Fremdwort, denn die unberührten, kilometerlangen Sandstrände, wo man sich noch per Handschlag begrüßte, wenn man mal jemand traf, entschädigten für alle erlittene Unbill. Man fühlte sich ein bisschen wie Robinson Crusoe, und genau dieses Urlaubsgefühl, den Widrigkeiten zu trotzen und gemeinsam aus allem das beste zu machen, führte zur Umbenennung des kurze Zeit später errichteten Hotels „Jandía Playa“ in den „Robinson Club Jandía Playa“. Damit war der erste Robinson-Club weltweit geboren, dessen Philosophie von Gemeinschaftsgefühl im Urlaub sich bis heute noch in allen später entstandenen Clubs widerspiegelt.

Gut zehn Jahre später gab es dann in Jandía Playa immerhin schon vier weitere Herbergen für die neu geborene Spezies der "Fuerte-Fans": das Hotel "Stella Canaris" sowie die Anlagen “Apartamentos Paradiso“, “Apartamentos Matorral“ und “Apartamentos Don Carlos”.

Der regelrechte Bauboom setzte aber erst ein, nachdem Anfang der achtziger Jahre die Verbindungsstraße von Gran Tarajal bis Morro Jable komplett asphaltiert war. Heute gehört der Süden von Jandía mit Morro Jable und Jandía Playa zu den bedeutendsten touristischen Zentren Europas. Auch wenn viele „Urlaubspioniere“ der ersten Jahre heute wehmütig auf die „alten Zeiten“ zurückblicken, so ist die für Feriengäste größte Attraktion, die bei Morro Jable beginnenden, 26 km langen Traumstrände der „Sotavento“-Küste, doch im wesentlichen erhalten geblieben.


Bis März 2003 waren ihre Reste noch zu sehen:
die gestrandete “Rose of Sharon”
 

Was erwartet den heutigen Urlauber in Jandía Playa?

Wer in seinem Strandurlaub Erholung und sportliche Aktivität kombinieren möchte, wird nicht enttäuscht werden. Der größte Trumpf dieses Feriengebiets sind nach wie vor die goldgelben bis weißen, feinsandigen Strände, an denen wanderlustige Urlauber kilometerlange Spaziergänge unternehmen können. Überall am Strand findet man die so genannten „Chiringuitos“, meist kleine Holzhütten, in denen man den „kleinen Hunger zwischendurch“ mit „Tapas“ (kleinen Tellergerichten) und den Durst mit einer kühlen „Cerveza“ (Bier) stillen kann. Keinesfalls sollte man sich die hier vorherrschende Stimmung von lockerer Ent-spannung und noch erhaltener „Urwüchsigkeit“ entgehen lassen. Die Speisekarten auf
hingehängten oder aufgestellten Schiefertafeln bieten (nicht nur) Tapas in allen Variationen: Knoblauchbrot, Gambas in heißem Knoblauchöl, spanische Tortilla, marinierten Tintenfisch oder die allseits beliebten „pimientos padrones“ (kleine, grüne Paprikaschoten, die erst gebraten und dann, mit grobem Salz bestreut, serviert werden).

Wer hier am Strand länger wandern möchte, sollte sich gut eincremen und unbedingt ein
T-Shirt oder zumindest ein Tuch für die Schultern sowie eine Kopfbedeckung mitnehmen. Durch die ständig mehr oder weniger wehende Brise unterschätzt man leicht die Kraft der Sonne! Ärztezentren gegenüber der Playa wie „Euromed Jandía“ haben zwar langjährige Praxis in der Behandlung von Sonnenbrand und Sonnenstich, aber so weit sollte man es doch besser nicht kommen lassen.

 


Strand vor dem Leuchtturm

Strandpromenade über den
“Morro-Hügel”

Strandabschnitt vor den Hotels “Coronado” und
“RIU Palace Jandía”

Der gleiche Strandabschnitt,
vom Leuchtturm aus fotografiert

Playa Matorral vor dem Robinson-Club

Blick über das Hotel “Stella Canaris” und die naturgeschützten “Salzwiesen” auf den Strand


Wassersport

Wer nicht nur zu den Sonnenanbetern gehört, sondern auch sportlich aktiv werden möchte, dem bieten sich auch dafür die besten Voraussetzungen. In Höhe des Robinson-Clubs und vor dem Club Aldiana gibt es Verleihstationen für Surfbretter (auch Schulung), kleine Segel-Katamarane und Jet-Skis. Die zweisitzigen Jet-Skis sind schwimmende Motorräder, werden wie ein Motorrad gefahren und machen auch den gleichen Lärm. Aus diesem Grund gibt es für dieses Vergnügen auch zeitliche Einschränkungen, die beim Verleiher (zwischen Robinson-Club und Leuchtturm) zu erfragen sind. Der schnelle Ritt übers Wasser ist allerdings mit 30 bis 40 Euro für 20 Minuten kein billiger Spaß.

Wie wär's mit Angeln? Die Ausrüstung gibt's in Morro Jable und der fischreiche Kanarenstrom garantiert schon fast den Erfolg. Auch organisierte Angeltouren sowie echtes Hochseefischen werden angeboten. Fragen sie am besten Ihre Reiseleitung oder informieren Sie sich in unseren Ausflugsseiten.


Sportfischen auf dem “Albakora Cat”

Aber warum die Welt nur von oben genießen? Auch unter der Wasseroberfläche hat Jandía Playa einiges zu bieten! Es gibt zwei Tauchschulen, und auch jedes große Hotel bietet Tauchkurse an. Um Tauchen zu lernen, braucht man allerdings einen ärztlichen Tauchbefähigungsschein. Kein Problem, auch darauf ist „Euromed Jandía“ spezialisiert.

Keine Lust auf Wassersport? Gerade für Familien mit Kindern ist Reiten eine beliebte Alternative. Eine Reitschule gibt es in der Anlage oberhalb des Hotels “Stella Canaris”. Dort werden nicht nur Reitstunden gegeben, sondern auch Ausritte organisiert, wobei auf individuelle Vorkenntnisse Rücksicht genommen wird.

Ebenfalls zum Stella Canaris gehört das „Jandía Tennis Center“, steht aber, wie in den meisten großen Hotels, auch Nicht-Hotel-Gästen offen.

Neben geführten Wanderungen durchs Inland (Buchung über die Reiseleitung) bieten sich auch Fahrrad- und Motorradtouren an. Verleiher gibt's entlang der Shopping-Meile „Solana Matorral“, die das Ortsbild von “Jandía Playa” prägt.

Die Gastronomie- und Einkaufsmeile “Solana Matorral“

Es gibt hier, unterbrochen von verschiedenen Einkaufszentren, eigentlich alles, was man sich für einen gemütlichen Urlaubs-Bummel vorstellt. Bars, Cafés, Restaurants, Diskotheken, Boutiquen, Bazars, Supermärkte, Autovermieter, Banken, Reisebüros, und, und, und...

solana_matorral_panorama.png (437939 Byte)
Die "Solana Matorral"

Da Jandía bis heute von deutschsprachigem Tourismus geprägt ist, kann man sich dort auch fast überall in seiner Muttersprache verständigen. Am südlichen Beginn der “Solana Matorral“, neben dem größten Shopping Center „Cosmo“ und unterhalb des großen Aloe-Vera-Info-Centers (echte Aloe Vera von Fuerteventura!) gibt's jeden Donnerstag einen großen Wochenmarkt. Hier finden Sie neben allerlei Trödel hauptsächlich Souvenirs von der Insel oder vom nahe gelegenen afrikanischen Festland. Nicht alles ist hier Kunst oder Kunsthandwerk, was es vorgibt zu sein. Auf jeden Fall sollte man hier, genau wie in den Bazars der Shopping-Meile, handeln „auf Teufel komm raus“! Als eine der wenigen Ausnahmen wäre der Stand der Deutschen Marion Lüke („1st one“) zu nennen. Wer Interesse an schönen Edelsteinen und Kristallen hat, sollte den Besuch nicht auslassen und kann sicher sein, seriös bedient zu werden.

Das benachbarte größte Shopping Center „Cosmo“ ist zwar äußerlich ein recht grober Klotz, bietet aber auf vier Etagen eine Menge für (fast) jeden Geschmack und Geldbeutel: gemütliche Terrassencafés und Bierbars, Restaurants von „Fast food“ bis „Haute cuisine“, Boutiquen, Parfümerien, Bazars, Spielhallen, Supermärkte, einen Tabakladen, eine Apotheke, Reisebüros, Musikkneipen und bei „Trike-Mike“ im Untergeschoss das beste Internet-Café Jandías (mit Freiluft-Konsolen im schönen Innenhof!).


Shoppingmeile, in Höhe des Hotels "Faro"

Vielleicht will man hier auch einfach nur mal eine Rast einlegen und sich auf einer der vielen Bänke ausruhen oder bei Ramona und Frank im Restaurant „Luz del Mar“ ein kleines Schwätzchen halten. Hier kocht übrigens der Chef selbst und geht auf eigene Essenswünsche gern ein. Tipp: Original Spare Rips!

Nachtleben

Wem das abendliche Animationsprogramm seines Hotels nicht ausreicht, kommt vielleicht in Jandía Playa eher auf seine Kosten. Die oberen Etagen des Shopping Centers “Cosmo” mit ihren zahlreichen Musik-Bars sind für die meisten Urlauber die erste Anlaufstelle. Wer nach Zapfenstreich (zwischen 1-3 Uhr) noch Action will, geht dann in die Disko auf der Hauptstraße. Auch die Diskothek am Hotel Stella Canaris ist (besonders bei nicht mehr ganz so jungen Nachtschwärmern) sehr beliebt. In Morro Jable wurden um diese Zeit schon die Bürgersteige hochgeklappt.

Morro Jable

Vom Shopping Center “Cosmo” zum ehemaligen Fischerdorf Morro Jable, mit heute immerhin fast 5.000 Einwohnern zu einer kleinen Stadt gewachsen, ist es ein Katzensprung. Entweder man benutzt den Bürgersteig entlang der Hauptstraße, die sich kurvenreich über den Hügel schlängelt, welcher den Ort von Jandía Playa trennt, oder man überquert die Straße und folgt dem neuen, asphaltierten Strandweg, der vom anderen Ende der Playa bei den Iberostar-Hotels „Las Gaviotas“ und „Palace“ bis zur Strandpromenade von „Morro“, wie Insider die kleine Stadt kurz nennen, führt.
 


Südliches Ende der "Solana Matorral"

Strandpromenade nach Morro Jable

Obwohl Morro Jable nicht gerade durch städtebauliche Schönheit beeindruckt, steigt es bei den Urlaubern doch stetig in der Beliebtheit. Wer einheimisches Flair sucht, wird es hier noch finden. In den vielen Bars trinken die „Majoreros“ (so werden die einheimischen Inselbewohner genannt) ihr Bier und nehmen in einem der zahlreichen Restaurants ihre Tapas zu sich.
Richtig auswärts essen gehen sie nämlich eigentlich nur am Sonntag im Kreis der gesamten Familie.

Das Leben wird noch nicht völlig vom Tourismus bestimmt, obwohl die meisten natürlich direkt oder indirekt davon ihren Lebensunterhalt bestreiten. Scheint die Zeit während der ausgedehnten „Siesta“ zwischen 13 und 16 Uhr still zu stehen, so erwacht die Stadt in den frühen Abendstunden zu quirligem Leben. Da wird es eng in den Einbahnstraßen, und Parkplätze sind so gut wie gar nicht mehr zu finden. Daher sollte man Morro zu Fuß erkunden.

Klassische Sehenswürdigkeiten wie Kirchen oder Museen sucht man vergebens, dafür bietet der Ort aber viel Atmosphäre, z. B. dann, wenn sich die Senioren abends am ehemaligen kleinen Dorfplatz, der Plazoleta Cirilo Lopez (Nähe Strandpromenade und Taxi-Halteplatz) unter den großen, Schatten spendenden Bäumen zum ausgiebigen Plausch oder zum Domino-Spiel treffen, oder wenn Einheimische und Urlauber gemütlich durch den alten Ortskern mit seinen beiden Einkaufsstraßen flanieren.
 


Blick von Süd-Ost

Blick von Nord-West

Die wie Perlen aneinander gereihten Geschäfte bieten alles, was man für's tägliche Leben braucht und schließen selten vor 21 Uhr. Auch an dieser Stelle ein besonderer Tipp: am Ende der zweiten Einkaufstraße, kurz vor der o.g. Plazoleta, hat Inge Hensel gerade ein Paradies für Bademoden und exklusive Dessous eröffnet. Auch die etwas stärker gebaute Urlauberin findet in “Inge’s Dessous” garantiert ihr Traummodell.

Das enge und noch spanisch dominierte Morro Jable stellt einen reizvollen Kontrast dar zum modernen, großzügig dimensionierten Jandía Playa. Wer hier sein Urlaubsdomizil wählt, findet neben einfachen, preiswerten “Hostals” (einfache Gasthäuser) vor allem private Ferienwohnungen aller Kategorien.

Die Strandpromenade

Treffpunkt der Einheimischen und Touristen ist in erster Linie die schön angelegte Strandpromenade direkt am Meer. Hier, am ehemaligen Fischerhafen, kann man in einem der Terrassen-Restaurants speisen oder einfach nur einen Drink zu sich nehmen.
 

Am Anfang der Promenade findet man übrigens die ältesten Restaurants des Ortes, das legendäre „Charly“ und das beliebteste Fischrestaurant „Las Lajas“. Empfehlenswert auch die Gastwirtschaft „Capitán Morro“, heute bewirtschaftet vom deutschen Ehepaar Schubert. Jens Schubert musste sein Restaurant nach einem Brand im letzten Jahr komplett neu aufbauen. Trotzdem haben er und seine Frau ihren Humor nicht verloren, und jeder Gast wird hier wie ein Freund behandelt. Unser Tipp: Kartoffelpuffer mit einer Farce aus frischem Lachs und Kräutern.

Der neue Hafen

Hinter dem Restaurant „Las Lajas“ geht übrigens eine Treppe hoch, die zum neuen Hafen und zum Gewerbegebiet von Morro führt. An der großen Mole legen die Autofähre und das Schnellboot „Jetfoil“ an, die Morro Jable mit den Nachbarinseln Gran Canaria und Teneriffa verbinden. Neben dem Katamaran “Albacora Cat” (große Aufschrift “Sportfischen” an den Seiten), der vielleicht gerade auf seine Gäste zum Angeln, Sportangeln oder Hochseefischen wartet, dümpeln an den zahlreichen Stegen etliche Privatjachten und die Fischerboote. In den frühen Nachmittagsstunden (ca. 14 Uhr) werden die Fische angelandet und in die benachbarten Kühlhallen transportiert, wo sie sofort ausgenommen werden. Die dabei zu beobachtende hektische Betriebsamkeit steht in krassem Gegensatz zur sonst üblichen kanarischen Gelassenheit, ist aber angebracht, um den Fisch so frisch wie möglich weiter verarbeiten zu können.


Der "neue" Hafen

Gegenüber der großen Mole liegt das relativ neue Gewerbegebiet („Zona industriál“) der Gemeinde. Unter den Firmen, die sich dort bereits angesiedelt haben, wäre besonders die Großbäckerei „Rodriguez“ zu erwähnen, die Kuchen, Torten und auch Schwarzbrot nach original deutschem Rezept herstellt und nicht nur an Großabnehmer sondern auch an Privatpersonen „direkt ab Fabrik“ verkauft.

Interessant auch ein Besuch bei der Großgärtnerei „Jardican“, die für ihr vielfältiges Angebot an Produkten zur Gestaltung und Pflege von Gärten, Terrassen und Balkons bekannt ist. Viele der wunderschönen Park- und Gartenanlagen in den größeren Hotels wurden von dieser Firma gestaltet.

Auch zwei gute Tapa-Bars gibt’s am neuen Hafen. Besonders, wenn die großen Fähren an der Mole liegen, kann man dort echtes, stimmungsvolles Einheimischen-Flair genießen.

Die Gemeinde tut was...

Abschließend zum Thema Morro Jable und Jandía Playa sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Gemeinde in den letzten Jahren mehr und mehr bemüht, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Urlauber einzugehen.

In Morro Jable gibt es jetzt beispielsweise endlich auch “richtige” Markthallen (”mercado municipal”), die natürlich nicht nur für Touristen gebaut wurden, die aber dennoch dem Bedürfnis der Urlauber nach authentischem Erleben des einheimischen Alltagslebens bestens entsprechen. Hier landet nicht nur jeden Tag der frisch gefangene Fisch, sondern auch viele andere einheimische Produkte wie Obst, Gemüse, Fleisch, Gewürze und vieles mehr werden feilgeboten. Vor allem hat sich der Markt aber inzwischen zu einem interessanten Treffpunkt (ein Terrassen-Café gibt’s dort auch) für Einheimische, Residenten und Feriengäste entwickelt.

Die Einkaufsmeile „Solana Matorral“ wurde gerade mit großem Aufwand optisch verschönert, der Mittelstreifen der Hauptstraße wurde üppig begrünt und mit Palmen bepflanzt, der Durch-gangsverkehr an den Zebrastreifen durch Schwellen zum langsam Fahren gezwungen, Müllcontainer wurden unter die Erde verbannt, der schon erwähnte asphaltierte Weg am gesamten Strand entlang wurde angelegt, eine spezielle Strandpolizei ins Leben gerufen, Toilettenhäuschen mit Wickeltischen wurden am Strand aufgestellt, ein langer Holzsteg von der Straße bis zum Leuchtturm wurde gerade fertig gestellt, um auch bei Flut trockenen Fußes durch die Salzwiesen an den Strand kommen zu können, Strandwacht, Rettungsdienst und Erste-Hilfe-Station funktionieren inzwischen professionell, und, nicht zuletzt, bietet die Gemeinde mit ihrem Internetauftritt www.playasdejandia.com die inzwischen interessanteste offizielle Website (teilweise auch in deutsch) aller Gemeinden Fuerteventuras.

Per Jeep in den Westen

Wer im Süden Jandías Urlaub macht, sollte wenigstens einmal die “Punta de Jandía”, den westlichen Zipfel der Halbinsel mit dem kleinen Fischerdorf Puerto de la Cruz, sowie die nord-westlich gelegenen, fast menschenleeren Strände “Playa de Cofete” und “Playa Barlovento” besucht haben.

Auf jeden Fall sollte man sich dafür ein geländegängiges Fahrzeug mieten! Ein Großteil dieser Streckenabschnitte lässt sich zwar notfalls auch mit einem Pkw bewältigen, aber achten sie auf das Kleingedruckte in Ihrem Mietvertrag: Sobald Sie mit Ihrem Pkw die asphaltierten Straßen verlassen, erlischt der Versicherungsschutz und Sie haften außerdem bei evtl. Pannen für die Abschleppkosten!

Die Asphaltstraße müssen Sie nämlich verlassen, wenn Sie in dieses wildromantische Gebiet “eintauchen” wollen. Dazu nehmen Sie die zum Hafen führende Umgehungsstraße von Morro und biegen kurz vor Erreichen des Hafens rechts in die Schotterpiste ein.


Abzweig auf die Piste (oberhalb des Hafens) gen Westen

Weggabelung nach Cofete und Puerto de la Cruz

Kurvenreich führt der meist schmale Weg (am besten vor jeder Kurve hupen!) nun durch die wüstenähnliche, hügelige Landschaft, vorbei an einer alten, aufgegebenen Tomatenplantage und dem Friedhof, bis Sie die Weggabelung erreichen, die rechts nach Cofete abzweigt und weiter geradeaus nach Puerto de la Cruz, dem westlichsten Punkt der Insel, führt.

Fahren sie am besten erst mal dort hin. Genießen Sie die Urgewalten an der von Gischt umtosten “Punta de Jandía” mit dem stolz allen Winden und Wettern trotzenden Leuchtturm. Im kleinen Dorf können Sie in einer der drei urigen Kneipen Rast machen und den Staub aus der Kleidung schütteln.

Die Wildheit der Westküste erleben Sie auch eindrucksvoll, wenn Sie vom Dorf aus auf der schmalen, asphaltierten Straße noch einen kleinen Abstecher Richtung “Punta Pesebre” machen.


Leuchtturm an der Punta de Jandía

Strand an der Punta Pesebre

Jetzt geht es erst mal wieder zurück bis zur schon bekannten Weggabelung, um diesmal nach links abzubiegen. Spätestens kurz vor Erreichen der Passhöhe werden Sie feststellen, dass es besser war, einen Geländewagen zu mieten.

Oben am “Roque del Morro” angekommen, gönnen Sie sich eine kleine Pause, um den phantastischen Ausblick auf die noch fast unberührten, kilometerlangen Sandstrände auf sich wirken zu lassen! Direkt unter Ihnen liegt die Playa de Cofete, begrenzt durch “El Islote”, das Inselchen. Daran schließt sich die große Playa de Barlovento an. Bei klarem Wetter lässt sich die gesamte Westküste bis zur Höhe von Pájara erkennen.


Die Playa Cofete

An den Berghängen, die im 807 m hohen “Pico de Jandía” gipfeln, sieht man eine Gruppe kleinerer Gebäude, welche den Weiler Cofete bilden. Dort gibt es auch ein kleines, schlichtes Restaurant, das hier quasi als Rasthaus fungiert. Weiter östlich springt das imposante Gebäude der legendenumwobenen “Villa Winter” ins Auge. Auf die unzähligen Gerüchte und Spekulationen, die im Zusammenhang mit diesem, hier vollkommen deplatziert wirkenden Chalet kursieren, wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen (”Die Wahrheit über die Villa Winter” wird das Titelthema einer unserer nächsten Ausgaben sein!).


Die "Villa Winter"

Auf der Weiterfahrt hinunter nach Cofete fallen eigenartige, kandelaberförmige, kakteenähnliche Pflanzen auf. Es sind seltene, unter strengem Naturschutz stehende Euphorbiengewächse mit dem Namen “Cardón de Jandía”.

Lassen Sie, nachdem Sie sich vielleicht in der “Bar Cofete” ein wenig gestärkt haben, Ihren Wagen am besten dort geparkt und erkunden Sie die Sie interessierende Umgebung zu Fuß weiter. Das gesamte Gebiet abseits der Feldwege ist nämlich inzwischen zum Naturpark deklariert, und wenn man Sie dort mit einem Motorfahrzeug erwischt, müssten Sie mit empfindlichen Geldbußen rechnen.

An reiner Fahrtzeit für den hier beschriebenen Ausflug sollten Sie etwa 3 Stunden kalkulieren. Wenn Sie alles ausgiebig und in Ruhe genießen wollen, dann sollten Sie einen Ganztagesausflug einplanen. Lohnen tut er sich auf jeden Fall!

 

Bisherige Fuerteventura Spezial-Reports
Gran Tarajal
...die Stadt ohne Tourismus
El Cotillo, Lajares, El Roque
...der alternative Nordwesten
Corralejo
...und die Insel "Los Lobos"
La Oliva
...und die umliegenden Ortschaften
Villaverde, Tindaya, Vallebrón und Caldereta
Der Süden Jandías
mit Morro Jable, Jandía Playa, etc.
Puerto del Rosario
...die Hauptstadt Fuerteventuras
gestern und heute
Pájara
...
und umliegende Ortschaften wie Ajui, Toto, etc.
La Pared
...
und Umgebung — von Matas Blancas bis
zum Wrack der "American Star"
Antigua
...und die umliegenden Ortschaften
Agua de Bueyes, Triquivijate, Costa Caleta,
Costa Antigua, Salinas del Carmen, etc.
 
 
 


Nähere Infos zu den folgenden Fuerteventura-Links sehen Sie beim Verweilen des Mauszeigers auf den Stichwörtern.......
Fuerteventura Nachrichten Fuerteventura von A bis Z Reiseführer Fuerteventura Regionen der Insel Fuerteventura Individuelle und organisierte Ausflüge
Karten, Stadtpläne, Luftaufnahmen Fuerteventura Hotels, Appartements, Ferienhäuser Last minute, Charter, Pauschal, Hotel, Billigflüge! Aktuelle Inselinformationen Fuerteventura interaktiv
Dies & Das von der Insel Fuerteventura Branchenbuch Fuerteventura Kaufempfehlungen auf Fuerteventura Das große Fuerteventura Forum Die beliebtesten Strände Fuerteventuras
Fuerteventura Chat Unsere Fuerteventura-Service-Seiten Fuerteventura Wetter & Gezeiten Impressum Werben im ICF
................oder Sie verschaffen sich HIER einen detaillierten Gesamtüberblick!