Fuerteventura Inselnachrichten August 2001

Fuerteventura Infos
...direkt aus Fuerteventura

FUERTEVENTURA - NACHRICHTEN DER SAISON
Ausgabe August 2001

aus unserem

Endlich!
Charter-Direktflüge
vom spanischen Festland

In diesem Sommer kommen auch die Festlandspanier in den Genuss direkter Charterflugverbindungen mit dem Airport von Fuerteventura.
Nachdem es bislang lediglich Angebotsflüge auf die Nachbarinsel Gran Canaria gab und Fuerteventura ausschließlich mit Linienflügen erreicht werden musste, können voraussichtlich bereits in diesem Monat die ersten Pauschalurlauber aus Madrid, Bilbao und Barcelona in unser aller Urlaubsparadies einziehen.

...jetzt auch Direktcharter
vom spanischen Festland!

Der hiesige Tourismusminister Aniceto Rodríguez wertet dies als Erfolg seiner Bemühungen, mehr spanische Reiseveranstalter von den Vorzügen des Ziegenkäses zu überzeugen.
Vielleicht hatte er auch offene Türen eingerannt, denn dem Vernehmen nach ist Fuerteventura bei den Festlandspaniern schwer in Mode.
Sein nächstes Ziel wird es jedenfalls sein, dafür zu sorgen, dass diese Verbindungen ganzjährig angeboten werden. Schließlich ist Fuerteventura durch sein günstiges Klima auch im Winter eine Reise wert.
Und nicht zuletzt müssen in zwei Jahren, angesichts der geplanten und genehmigten Hotelneubauten, dreimal mehr Besucher herbeigezaubert werden, warum also in die Ferne schweifen...!?

Miss España
zu Besuch in Betancuria

Mitte Juni war sie tatsächlich auf Fuerteventura, die schönste Frau Spaniens.
Leider werden die meisten Leser dieses optische Vergnügen verpasst haben. Zum Trost sei gesagt, das es nur ein Tagesausflug war, gewissermaßen die Flüchtigkeit des Augenblicks.

An folgende Anekdote werden sich die Insulaner jedoch noch länger erinnern und fortan Äußerlichkeiten ignorieren.
Lorena Van Heerde, so heißt die Schönheit, besuchte vor kurzem Fuerteventura und auf ihrer Inselrundfahrt auch die ehemalige Hauptstadt Betancuria.

Lorena van Heerde, mit Starallüren
verscherzte sie sich alle Sympathien

Dort kehrte sie ein im Restaurant Santa Maria, wo man sie zuvorkommend empfing. Sogar eine Auswahl regionaler Köstlichkeiten bot man ihr zusätzlich zu ihrer Bestellung.
Befremden kam erst auf, als Miss Spanien nach Erhalt der Rechnung zu feilschen begann und einen Rabatt auf ihren Titel forderte. Zudem erregte sie sich über die angeblich zu hohen Preise in dem Lokal.
Und all das obwohl, oder vielleicht gerade weil sie nicht einmal die Hälfte aufgegessen hatte. Schließlich muss sie in ihrem Job besonders auf die Figur achten.
Typisch Modell, mögen da die Tischnachbarn gedacht haben, denen das exaltierte Auftreten und die Starallüren der “Miss” mächtig auf die Nerven ging. sie zahlten übrigens ihre Rechnungen mit zufriedenen Minen.

----- Original Message -----
Sent: Saturday, February 16, 2002 9:07 PM

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Mit großem Erstaunen habe ich gerade Ihren Bericht in den "Fuertenventura Inselnachrichten Juni 2001" gelesen über die "schönste Frau Spaniens", Frau Lorena Van Heerde. In Ihrem Artikel sprechen Sie über "ein extaltiertes Auftreten und die Starallüren der Miss", während die Gründe die Sie angeben überhaupt nicht der Realität entsprechen.
Die Tatsachen: Frau Lorena war drei Tage auf Fuerteventura. Der regioneller Direktor der Miss-Spaniens Organisation hatte einen Restaurant reserviert, nur für die mit Miss-Spanien miteingeladenen Kundschäften, und hat dementsprechend alle Fakture bezahlt. Dass Miss Lorena "zu feilschen begann und einen Rabatt aur ihren Titel forderte" ist eine 100%-liche Lüge (Sie bezahlt überhaupt nichts auf 'Tournee', weil die Organisation dafür zuständig ist)! Und dass "die Tischnachbarn" sich geärgert hätten wegen dieser "Auftritt" ist ja schon völlig lächerlich, da es diese überhaupt nicht gab! Der Restaurant war NUR geöffnet für die Miss-Spanien Organisation, was umzumehr die Verlässigkeit Ihres Reporters/Ihrere Reporterin grundsätzlich in Frage stellt.
Wenn ich selbst diese Geschichte zufällig von Augenzeugen bestätigt bekommen habe, wass soll ich mir denn denken von Ihren sonstigen Artikeln?
Zum Schluss folgende zwei Frage:
Wass, wenn Miss Lorena nicht einen holländischen Vater, sondern einen Deutschen Vater gehabt hätte?
Und:
Denken Sie dass wir, Ihre Leser, einmal im Urlaub, unseren kritischen Gedanken und Ethik zu Hause lassen?
In Erwartung einer ehrlicher Rektifikation,
 
mit freundlichen Grüssen
 
 
Alexander de Vaan
Journalist

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Sehr geehrter Herr de Vaan,
 
anscheinend beziehen Sie sich auf einen Artikel in der August-Ausgabe von FUERTEVENTURA EXPRESS.
Unsere Inselnachrichten in deutscher Sprache stellen eine zusammenfassende Übersetzung aus spanisch-sprachigen Quellen dar. In diesem Fall war es ein Artikel aus der kanarischen Tageszeitung "LA PROVINCIA". Sollten die Darstellungen in diesem Artikel nicht der Wahrheit entsprochen haben, so möchten wir uns hiermit in aller Form für die unüberprüfte Veröffentlichung (zusammenfassende Übersetzung) entschuldigen.
 
Wir haben diesen elektronischen Briefwechsel als eine Art Gegendarstellung in unserer entsprechenden Webseite veröffentlicht und hoffen, hiermit unserer journalistischen Sorgfaltspflicht zu Ihrer Zufriedenheit nachgekommen zu sein.
 
Mit freundlichen Grüßen
ICF Webmaster Franjo Jansen

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Pommes und Hamburger -
Jedes dritte Inselkind ist zu fett

Endlich mitteleuropäisches Niveau auf den Kanaren, zumindest was die schlechten Essgewohnheiten der Kinder angeht.
Nach einer Untersuchung, die jetzt im General Hospital von Fuerteventura veröffentlicht wurde, leidet jedes dritte Schulkind an Übergewicht oder gar Fettleibigkeit. Die Hälfte aller Jugendlichen hat zum Teil stark erhöhte Cholesterinwerte.
Spätestens das Fernsehen hat den american way of life und damit auch dessen Essgewohnheiten in jeden Winkel der Erde getragen.

Viele kanarische Kinder
leben nur noch von Fast-Food

Nicht nur in Deutschland sind Fast-Food Ketten längst als alternative Nahrungslieferanten etabliert. Vor allem Kinder und Jugendliche lassen sich von Ronald McDonald und der Allgegenwart von Pommes Frites begeistern. Die Eltern, besonders die berufstätigen, schätzen die Bequemlichkeit, nicht selber kochen zu müssen. Viele geben ihren Kindern aus Unkenntnis oder Ignoranz das Essen, das am wenigsten Konflikte bereitet.
Wen wundert es, dass solch universelle Konsumgewohnheiten irgendwann auch auf der Wüsteninsel Einzug hielten. Jetzt schlagen die Mediziner Alarm und fordern mehr Aufklärung und die Unterstützung der öffentlichen Institutionen.
Das Problem ist bekannt. Zuviel tierische Fette und Milchprodukte, zu wenig Ballaststoffe und kaum mehr Obst und Gemüse. Fast jedes untersuchte Kind gab darüber hinaus an, mindestens vier- bis fünfmal täglich zu essen, mehr als reichlich. Manchmal ist weniger eben einfach mehr!
Auch die Folgen sind bekannt. Mal sehen, ob die kanarische Küche auch für Kinder wieder reizvoll werden kann. Wenn man ihnen demonstrieren würde, wie viele Mittel- und Nordeuropäer von der insularen Küche begeistert sind, dann wäre das doch schon mal ein Anfang. Immerhin hat uns der “american way of life” schon vor viel längerer Zeit versucht zu bekehren. Dann muss doch irgendwas dran sein an der Kanarischen Küche, oder?


Angreifer auf der Fähre nach
Morro Jable wollte sterben


Für den zweifachen Familienvater hätte es die letzte Überfahrt werden können. Er und seine Familie hatten sich ihre Fährpassage, die sie von Las Palmas nach Fuerteventura gebucht hatten, als netten Urlaubsauftakt vorgestellt.
Auf dem Passagierschiff Volcán de Tamasite konnten sie sogar ihr Auto mitnehmen und ein Freund war ebenfalls mit von der Partie.

Das vollkommen geschockte Opfer
in seinem Geländewagen im Parkdeck
der Fähre

Die Familie saß nach der gut dreistündigen Überfahrt bereits wieder im Auto, als sie ein Geräusch hörten. Ein Mann zerkratzte den Lack ihres Wagens mit einem spitzen Gegenstand und noch ehe das Opfer seine Seitenscheibe zum Schutz hochdrehen konnte, stand der Täter neben ihm.
Den ersten Hieb mit einem Messer, der seiner Brust galt, konnte der Familienvater ablenken. Das Messer durchstach statt dessen seine rechte Hand. Sein Freund leistete erste Hilfe, während die Schiffsbesatzung den Aggressor überwältigen konnte.
Dramatische Momente, die bei den kleinen Töchtern ein schweres Trauma auslösten. Das Opfer selbst konnte nicht fassen, das man so gänzlich unerwartet und unvorbereitet in eine derart lebensbedrohliche Situation geraten kann.
Der Täter gab später bei der Polizei zu Protokoll, er sei nach Fuerteventura gekommen, um dort seinem Leben ein Ende zu machen.


Busfahrer drohen mit Streik!
Bald Verhältnisse wie auf Mallorca?

Die Fahrer der Autobusse Mallorcas waren am Ende. Zahllose Überstunden, Verantwortung für die Sicherheit auf zum Teil gefährlichen Strecken, Kofferschleppen, dazu kaum Freizeit und das alles ohne Lohnausgleich.
Die Fahrer pochten auf die Einhaltung der Tarifverträge und traten in einen Streik, der den Reiseverkehr einer überfüllten Insel mitten in der Hochsaison lahm legte. Tausende Urlauber steckten in den Hotels und am Flughafen fest. Dies war im Juli die Situation auf der größten Baleareninsel.
Doch auch in der Provinz Las Palmas brodelt es. Genaugenommen unterscheiden sich die hiesigen Arbeitsbedingungen nicht sehr von denen der Kollegen im Mittelmeer. Und auch hier hört man den Ruf der Gewerkschaft, die Fahrer sind unruhig.
Monatelang verfolgte man die Verhandlungen, die bislang ohne Ergebnis blieben. Gewünscht hat sich diese Situation niemand, aber es ist, als würde man gegen eine Wand reden, so der Sprecher der kanarischen Transportvereinigung.
Rund 2000 Fahrer arbeiten in der Provinz Las Palmas und fürchten, dass sie ohne Streik nicht weiter ernst genommen werden.
Dabei geht es ausnahmsweise nicht um höhere Lohnforderungen, sondern schlicht um die Einhaltung bestehender Vereinbarungen wie etwa den Überstundenausgleich.
Inzwischen wurde der 19. Juli als Ultimatum genannt, endlich eine Einigung zu erzielen. Zwischen dem 19. und 22. Juli soll dann auch auf Fuerteventura gestreikt werden. Keine schöne Vorstellung, auch wenn man die Beweggründe der Fahrer verstehen kann.
Dennoch glauben die Busfahrer Fuerteventuras, denen es im Provinzvergleich mit Lanzarote und Gran Canaria nach eigenen Aussagen noch verhältnismäßig gut geht, nicht an Streik. Zum einen sind die Vertragsbedingungen hier andere, zum anderen ist der Zusammenhalt der Arbeitnehmer nicht so ausgeprägt. Busfahrer gibt es hier mehr als genug und wer nicht fahren möchte, wird einfach ersetzt.
Dies hat besonders bei der Firma Maxorata, die auch den öffentlichen Linienbusverkehr der Insel bedient, zu einer starken Fluktuation geführt. Die zahlreichen neuen Fahrer werden ihren Job nicht auf’s Spiel setzen.
Die Konkurrenz auf Fuerteventura, zu nennen die Firmen Transtour und Torres, halten die Vereinbarungen bereits weitestgehend ein. Damit scheint ein Streik auf der Ziegeninsel eher unwahrscheinlich. Und unnötig, wie nicht nur den Fahrern zu wünschen wäre.

Die Tragödie der verschollenen
Flüchtlinge geht weiter


In unserer letzten Ausgabe berichteten wir vom Flüchtlingsdrama vor der Küste Gran Tarajals. Nach Entdeckung der illegalen Immigranten war Anfang Juni ein vollbesetztes Boot mit Afrikanern gekentert, 15 Personen blieben vermisst. Bis heute.
Nachdem die Behörden inzwischen über 700 Quadratkilometer Wasser abgesucht hatten, wurde die Suche nach den Verschollenen längst abgebrochen. Aber wo werden ihre sterblichen Überreste wieder auftauchen? Was passiert mit Menschen, die vor der Küste Fuerteventuras ertrinken?
Diese Frage hat sich auch die Küstenpolizei gestellt und ist zu einem verblüffenden Schluss
gekommen. Vermutlich werden eines Tages die Leichen an einem einsamen Strand einer tropischen Karibikküste angespült. Wäre es nicht so makaber, könnte man von einer Seereise der Verstorbenen in das Paradies sprechen.
Nach letzten Erkenntnissen gingen die in Panik geratenen Flüchtlinge zwei Seemeilen vor der Küste vollbekleidet über Bord. Da es spät war und die Überfahrt vermutlich kühl, werden die meisten von ihnen Mäntel oder warme Kleidung getragen haben, die dazu sicher mit allerlei Habseligkeiten bestückt gewesen waren.
Wer einmal mit T-Shirt baden gegangen ist, weiß, wie schwer Kleidung in nassem Zustand werden kann. Die Opfer hatten keine Chance und wurden durch das Gewicht auf den Meeresboden gezogen.
An dieser Stelle befindet sich zudem eine Bodensenke, deren tiefste Stelle 600 Meter misst. Dort werden sie so lange gelegen haben, bis der natürliche Auftrieb sie in die Strömung getrieben hat, die sie nun an Gran Canaria vorbei in Richtung Mittelamerika trägt.


Heimische Muscheln
vom Aussterben bedroht


Fuerteventura ist reich an seltenen Arten, seien es Menschen, Tiere oder Pflanzen. Viele davon kommen tatsächlich nur auf dieser Insel vor, einige in naher Zukunft nicht mal mehr hier.
Die jüngste Spezies, die man als solche erkannt hat und nun bedroht sieht, ist eine leider sehr leckere Muschelart. Lapas heißen die kleinen Meeresfrüchte, die bevorzugt an Felswänden klammern. Wer hätte gedacht, dass es sich bei der beliebten Delikatesse um eine wirklich typische handelt, die noch dazu vom Aussterben bedroht ist?
Erkannt haben das jetzt Spezialisten vom Umweltamt, die das kleine Lebewesen nun auf die nationale Liste für bedrohte Tiere setzen ließ. Über 13 Millionen Peseten stellt das Amt zudem in den kommenden zwei Jahren für Einrichtungen bereit, die sich um den Erhalt der Lapa majorera kümmern. Genaugenommen stellt die Europäische Union das Geld zur Verfügung, aber da fragt man bei solch wichtiger Mission nicht nach.

Zunächst muss auch erst einmal das Verhalten der Tierchen und die genauen Vorkommen studiert werden. Dann wird zu erforschen sein, welchen Stellenwert die Muschel in der Kultur der alten Kanaren wohl hatte und zu guter letzt muss der genetische Fingerabdruck registriert werden. Kein Witz!
Mal sehen, von welchen Felsen zukünftig die Lapas im Restaurant von Los Molinos gekratzt werden.


Studie enthüllt:
Das heimische Kamel ist eine eigene Rasse

Das Kamel, besser gesagt, das Dromedar von Fuerteventura ist die einzige in Europa heimische Spezies dieser beeindruckenden Tiere.
Darüber hinaus wurde herausgefunden, dass es sich genetisch deutlich von dem afrikanischen Dromedar unterscheidet, was zu erstgenannter Schlussfolgerung führte.
Dies ist das erste Ergebnis wissenschaftlicher Studien, die in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erhaltung der einheimischen Kamele und der Landwirtschaftsabteilung der Inselverwaltung durchgeführt werden.
Die unter Leitung der Tierärztin des La Lajita Oasis Park, Ursula Schulz, durchgeführten Studien dienen dem Zweck, ein System zu entwickeln, mit dessen Hilfe genetische Merkmale erkannt und festgeschrieben werden können.

Eins der seltenen Exemplare echter
Fuerteventura-Dromedare

Danach unterscheidet sich das hier lebende Dromedar zu fast 3,5% von seinen Artgenossen in der Sahara. Für den Laien wenig beeindruckend, für den Fachmann aber genug, um von einer eigenen Rasse zu sprechen. Daher hat der zuständige Minister, Santiago Santander, kürzlich die Eintragung der fuerteventuranischen Kamelrasse in den nationalen Rassenkatalog Spaniens beantragt.
Heute leben in der Provinz verstreut gerade noch 10 Exemplare dieser besonderen Spezies, davon drei in La Lajita.


Toilettenhäuschen am Strand
sollen endlich geöffnet werden

Da hat man nun schon seit Monaten diese originell gestalteten Häuschen an den verschiedenen Küstenabschnitten der Halbinsel Jandía und nie hat man sie in Gebrauch gesehen.
Genau so erhält man die Hütten wie neu, die Pflege entfällt und noch nach Jahren stehen sie wie ein großes Fragezeichen am Strand.
Warum eigentlich? Das fragte sich und den Bürgermeister jetzt die sozialistische Opposition im Gemeinderat von Pájara.
Der Sprecher der Gruppe, Rafael Perdomo, erwartet von der amtierenden Partei, dass die Häuser noch in der laufenden Saison geöffnet werden, damit die Touristen den Service nutzen können.
Alles andere sei doch nur wieder Wahlkampfmanipulation oder Blendwerk. Schließlich haben die Toiletten einiges Geld gekostet.
Wer weiß, was sich im Inneren wirklich befindet...

Ein Fall für den Senat:
Was sollen die Militärübungen in Jandía?

Spätestens nach dem letzten Tiefflug einer Militärmaschine über die Strände der südlichen Halbinsel muss ihr der Kragen geplatzt sein.
Claudina Morales ist die Senatsabgeordnete für Fuerteventura und wie zahllose Urlauber mit ihr fragt sie sich seither nach dem Sinn der Militärübungen im Naturschutzpark von Jandía.
Die idyllische Schönheit der Landschaft, die immerhin unter Naturschutz steht, als Landebahn für Kampfflieger? Ganz zu schweigen von der Gefährdung, die nicht nur für die Badegäste sondern auch die Anwohner von derartigen Tiefflügen ausgeht. Na, und die Badegäste werden wohl ein merkwürdiges Bild ihrer Ferieninsel mit nach Hause nehmen.

Ganz offiziell hat sie daher jetzt eine Anfrage an den Verteidigungsminister Federico Trillo gerichtet, der sich nun schriftlich erklären muss.
Dafür hat er nach spanischer Parlamentstradition einen guten Monat Zeit, vorausgesetzt, er bringt keine Gegenfrage ein.


Spektakuläre Unfälle
zum Glück ohne Opfer

Wenn es kracht, dann richtig! Gleich zweimal in der selben Nacht produzierten unterschiedliche Fahrer abenteuerliche Unfälle in der Hauptstadt Puerto del Rosario.
Glücklicherweise blieben beide Fahrer unverletzt.
Zunächst fuhr ein Mann auf gerader Strecke mit seinem VW Polo von der Fahrbahn ab und schnurstracks gegen die Mauer des alten Friedhofes. Ursache unbekannt.

Glück im Unglück: Unverletzt wurde der Fahrer
geborgen und hatte noch den Spruch parat:
“So parke ich normalerweise immer!”

Der zweite Fahrer eines roten Toyota Geländewagens vollbrachte das Kunststück, seinen Wagen von der Straße ab geradewegs gegen eine Palme zu lenken. Beim Abprall landete er kurioserweise mit dem Heck an der Krone einer weiteren Palme und blieb dort stecken, bis die Einsatzkräfte ihn befreien konnten.

Lebensgefahr!
Das Abenteuer, z.B. in Corralejo zu baden

Für die zehn Badegäste, die Ende Juni aus dem Meer bei Corralejo in letztem Moment gerettet wurden, wird es ein unvergesslicher Urlaub bleiben. Erlebnisse, auf die sie gerne verzichtet hätten. Und sie haben noch Glück gehabt. Ein Familienvater hatte an den Traumstränden weniger Glück, seine Familie inzwischen Alpträume!
Die Lebensretter, so welche vor Ort sind, sind hoffnungslos überfordert. Ein Arzt berichtet, dass an einem Nachmittag, an dem er am Strand war, drei Einsatzkräfte insgesamt sieben Menschen aus der See bergen mussten. Das kann man getrost als Schwerstarbeit bezeichnen und hat nichts zu tun mit dem “happy life” in Fernsehserien wie “Baywatch”.

Das hätte nicht sein müssen: 2 Tote schon in
diesem Sommer am Strand von Corralejo!

Immerhin ist dieser Strandabschnitt bewacht, dazu warnen die Flaggen vor starkem Seegang und Strömungen.
An etlichen Kilometern Küste gibt es jedoch nach wie vor weder irgendwelche Hinweise, noch Warnflaggen und erst recht keine Lebensretter. Zahlreiche Rettungstürme, die von der Landstrasse aus Sicherheit vermitteln scheinen, sind verwaist. Die Strände jedoch voll Touristen, die sich der Gefahren oft gar nicht bewusst sind.

Eine Rettungs-Station macht nur dann
Sinn wenn sie auch besetzt ist!

Den Surfern ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr passiert. Sie helfen nicht selten den überforderten Einsatzkräften und erkennen auf See eine Notsituation oft sehr viel früher. Rund ein Drittel aller Geretteten verdanken ihr Leben diesen Wassersportlern.

Ohne das Engagement der vielen Surfer sähe
die Bilanz ganz sicher noch negativer aus

Gerade einmal 25 Küstenwächter arbeiten an nicht einmal einem halben Dutzend Stränden auf Fuerteventura, der Insel mit über 100 Badebuchten. Davon sind 17 Retter in Jandía stationiert, der Rest im Norden.
Costa Caleta (Caleta de Fustes) kann ebenso wenig mit einem Rettungsdienst aufwarten wie Playa Blanca vor der Hauptstadt Puerto del Rosario. Ebenso Fehlanzeige an der gefährlichen Westküste. Ein Trauerspiel!

Sogar am dicht bevölkerten Strand von Costa Caleta (Caleta de Fustes) fehlt eine Rettungsstation!

Dafür hat der “allseits beliebte” Bürgermeister von La Oliva eine nette Erklärung. Eigentlich, so ließ er mitteilen, seien in seiner Gemeinde, zu der die Strände von Corralejo gehören, stattliche 12 Lebensretter im Einsatz. Einige seien lediglich krank geschrieben, weitere zu Diensten in öffentlichen Schwimmbädern eingeteilt. Ganze 5 sind an den weitläufigen Stränden positioniert. Eine geradezu geniale Aufteilung, wie wir finden.
Der Strand von Gran Tarajal, gleichwohl keiner der im landläufigen Sinne schönsten, wurde kürzlich mit dem Blauen Band für exzellente Wasserqualität ausgezeichnet. Aber auch sein Rettungsdienst ist vorbildlich. Drei Rettungsschwimmer, dazu ordentliche Ausrüstung, sorgen für die Sicherheit der meist lokalen Badegäste.
Viele Leser vor allem aus dem Norden fragen sich zu Recht, warum dieser Standard an Stränden, die nicht nur von Einheimischen, sondern bevorzugt von Touristen besucht werden, nicht auch Pflicht wird.


Was macht ein Majorero
im Land des Sushi?


Miguel Valdivia hatte eines Tages beschlossen, seine Heimatinsel Fuerteventura zu Fuß zu durchqueren. Das ist an sich schon kurios, aber es wurde zu einer Leidenschaft die ihn bis heute nicht wieder los lässt.
Er durchwanderte sämtliche kanarische Inseln, einschließlich der Nebeninseln. Seine letzte große Wanderung führte ihn auf dem alten Pilgerweg von Rom nach Santiago de Compostela. Stets faszinierte ihn der ursprüngliche Eindruck der Menschen und ihrer Tradition.
Durch seine Gewohnheit, Bilder und Gegenstände seiner Heimat mitzuführen und auszutauschen wurde er inzwischen zu einer Art Botschafter Fuerteventuras.
Sein jüngstes Projekt, eine Durchquerung Japans findet sogar die Unterstützung der Inselverwaltung. Nie zuvor hat es einen kulturellen Austausch dieser zwei ausgesprochen unterschiedlichen Inseln gegeben.
Die hiesige Abteilung für Sport hat dies als Chance erkannt und fleißig mit dem Wandersmann trainiert. Zum Abschied erhielt der Wanderbotschafter noch ein T-Shirt mit der Inselsilhouette und dem Schriftzug “Fuerteventura”. Oder waren es zwei, eins zum Wechseln?

Miguel Valdivia möchte zu Fuß die alten Wege der Samurais erkunden und er wird dabei rund 1.500 km zurücklegen. Einen ganzen Monat wird er dafür benötigen und unser Urlaubsparadies auch dem letzten Japaner bekannt machen.
Wer weiß, wozu es gut ist, mag sich da der Tourismusminister gedacht haben.

Verkraftet Fuerteventura
85.000 Gäste täglich?

Um es vorweg zu sagen, derzeit sicher nicht! Größtes Problem hierbei ist das magere Bevölkerungswachstum und damit die fehlenden Mittel zur Schaffung einer vernünftigen Infrastruktur.
Es wird eng werden mit der Wasser- und Energielieferung, mit medizinischer Versorgung und Schul- und Ausbildungsplätzen. Eine zukunftsorientierte Planung ist daher dringend nötig und vielleicht sollte man erst einmal einen vorübergehenden Baustopp in Erwägung ziehen. Das kommt ihnen bekannt vor? Da war doch was...?
Scheinbar spurlos gehen solche Bedenken an den Bauherren vorbei, die Fuerteventura nach wie vor als ihr El Dorado begreifen. Weites Land, karge Berge und kilometerweite, unbebaute Küstenabschnitte beflügeln die Fantasie und im Geiste klingelt die Kasse.
In ungefähr zwei Jahren, wenn die derzeit im Bau befindlichen oder bereits genehmigten Anlagen eröffnet werden, wird es auf dieser Insel rund 107.000 Betten geben.
Um diese auf dem heutigen Niveau zu belegen, müssten etwa 3.425.000 Gäste ihren Weg nach Fuerteventura finden. Das wären dann 85.000 Besucher täglich und damit dreimal so viel wie heute!
Mit knapp 50.000 Betten wird die Gemeinde Pájara im Jahre 2003 weiter die Spitzenposition belegen. Die ehrgeizige Gemeinde La Oliva wird im Norden mit über 37.000 Betten dagegen halten.

Playa de Jandía 2003... ?!

Zum Vergleich: heute existieren auf dieser Urlaubsinsel gerade 33.000 Betten. Costa Caleta (Caleta de Fustes) wird auf knapp 20.000 Betten anwachsen. Eher bescheiden die Raten der übrigen Gemeinden, die es zusammen auf gut 1.000 Betten bringen werden. Diese Zahlen wurden jüngst von der Umwelt- und Baukommission der Inselverwaltung präsentiert und sollen den Ernst der Lage verdeutlichen.
Weitere Zuspitzung erfährt der Bericht, wenn man die Richtwerte der Welt-Tourismus-Organisation (OMT) hinzunimmt. Danach ist eine tragbare und vernünftige Entwicklung möglich, wenn das Verhältnis von Hotelbett zu Wohnbett eins zu zwei beträgt. Auf zwei Einwohner käme demnach ein Hotelbett. Bei 85.000 nötigen täglichen Besuchern, welche die Hotels wie heute zu 80% auslasten, sind also wenigstens 170.000 Einwohner anzusiedeln.
Streng genommen müssten bei 107.000 Betten über 200.000 Menschen auf Fuerteventura leben. Diese Zahl wird in absehbarer Zeit nicht einmal erreicht werden, wenn man des Kanaren liebstes Haustier, die Ziege, mitrechnet!

 

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