Fuerteventura Inselnachrichten Herbst 2001

Fuerteventura Infos
...direkt aus Fuerteventura

FUERTEVENTURA - NACHRICHTEN DER SAISON
Ausgabe Herbst 2001

aus unserem

Bilder zum Vergrößern einfach anklicken!

Trotz Baustopp:
Neue Betten in La Oliva

Der Bürgermeister der Gemeinde La Oliva, Domingo González Arroyo, besser bekannt als “der Pate” von Fuerteventura, hat Mitte August mal wieder den Bau von einigen Betten beschlossen. Baustopp hin, Baustopp her. 
Dieses Mal sollen schlappe 4.400 Betten in der Region Majanicho gebaut werden. 51% davon sind als private Wohnungen gedacht, nur 31% sollen touristisch genutzt werden. Das wären immer noch knapp 1.400 Betten. Der Rest verteilt sich auf Sportanlagen und sonstige Einrichtungen.

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Im Vogelschutzgebiet von Majanicho 
will der berühmt-berüchtigte Bürgermeister 
von La Oliva bauen lassen


Die Opposition, letztlich ohne Einfluss, ist natürlich dagegen. Schließlich handelt es sich um recht jungfräuliches Land, welches bislang ausschließlich von seltenen Vögeln bewohnt wurde.
Aber wen kümmern seltene Vogelarten, wenn rund eine Milliarde Peseten Einnahmen für den Steuersäckel winken. Auch das Ende Juli verabschiedete Baustoppgesetz schindet da keinen Eindruck.
La Oliva voll auf dem “Mammon-Trip”!

Peinliche Enthüllung
in den Dünen von Corralejo

Heutzutage, wo alle Welt und inzwischen auch Fuerteventura von Umweltschutz und Ökologie redet, hat der Wind etwas äußerst Peinliches enthüllt.

Eine richtige Pipeline, ein Rohrgeflecht durchzieht den naturgeschützten Dünenpark. Wer weiß, wie lange schon unter dem Sand von Corralejo diese vermutliche Wasserleitung arbeitet. Leitet sie gar Abwasser oder Schlimmeres? Wer weiß, wie viele weitere Leitungen hier verborgen liegen?

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Sicher ist bisher nur, dass nur wenige Meter entfernt von den Traumstränden der Playas de Corralejo und über etliche Kilometer eine Leitung verläuft, deren Zweck bisher noch nicht geklärt ist. In des Wortes doppelter Bedeutung.


Glück gehabt!

Drei Kreuze gemacht haben zwei Badegäste von der Nachbarinsel Gran Canaria, die ein paar Tage auf Fuerteventura ausspannen wollten. Denn sie sind mit einem Schrecken davon gekommen, obwohl der Tod nur wenige Meter entfernt lauerte.. 
Morgens gegen elf Uhr fuhr ein Geländewagen in der Nähe der Ortschaft Puerto de la Cruz, im äußersten Süden der Insel, auf felsiger Piste. 
Zur gleichen Zeit an fast gleichem Ort suchten zwei Badegäste die Ruhe der Insel am Badestrand. Sicherlich in Sichtweite fährt der Geländewagen eine Anhöhe entlang. 
Plötzlich rutscht er ab, der Wagen fällt den Abhang herunter und landet nicht mehr als zehn Meter entfernt von den Ruhe Suchenden am Strand.
Glücklicherweise ist den Insassen des Geländewagens nichts passiert. Die grancanarischen Urlauber sind mit einem gewaltigen Schreck davon gekommen. Und werden sich fortan sicher denken: was zehn Meter doch ausmachen können...!


Ölmultis auf der Suche
nach dem “Schwarzen Gold”
der Kanaren

Repsol ist eine der größten Mineralölgesellschaften Spaniens. Als solche ist Repsol natürlich interessiert an der Ausbeutung landeseigener Ressourcen. 
Offensichtlich gibt es in diesem Zusammenhang Anlass zu glauben, dass die Kanaren reich an Ölvorkommen sind.
Repsol hat jedenfalls eigens einen Satelliten gechartert, der vom Weltraum aus eben jene Region auskundschaften soll. Mit Infrarot, Radiowellen nebst neuester Technologien sollen nun die Kanarischen Inseln untersucht werden.
Das Ölunternehmen weist darauf hin, dass diese Methode des Aufspürens von Vorkommen absolut umweltverträglich ist, da ja keine Probebohrungen vorgenommen würden. 
Sollte ein Ölfeld entdeckt werden, wird es wohl mit der Umweltverträglichkeit vorbei sein, aber bis dahin schaut man ja nur. Und dies aus dem Weltraum. Ein Feld, so groß wie 1.000 Fußballfelder soll dabei untersucht werden. 
Vor 2003 oder 2004 werden wohl keine geeigneten technischen Mittel zur Verfügung stehen, das eventuell gefundene Öl abzubauen. “Ein solches Vorhaben lässt sich nicht von heute auf morgen realisieren!”, meinte ein Sprecher des Konzerns.
Auf diesen Tag X jedoch freuen sich schon heute einige Abgeordnete des Kanarischen Parlaments, würde doch ein Engagement des Ölmultis nicht nur neue Arbeitsplätze schaffen, sondern auch neue Einnahmequellen erschließen, die den Archipel unabhängiger vom Tourismus machen könnte.

Giftige Gase
in Costa Caleta (Caleta de Fustes)

Neun Personen mussten dringend ärztlich behandelt werden, nachdem sie giftige Gase in einem Hotel in Costa Caleta (Caleta de Fustes) eingeatmet hatten. 
Die Arbeiter des neu errichteten Appartementhotels Broncemar Beach desinfizierten gerade die schöne Gartenanlage des Komplexes. 
Mit wohl nicht ganz gesundheitsverträglichen Mitteln sollte die neue Gartenanlage von Ungeziefer und Schädlingen befreit werden oder die Gärtner trugen keine Schutzkleidung. 

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Nach der Aktion verspürten jedenfalls neun Personen starkes Unwohlsein, zwei davon mit stärkeren Symptomen. Im Hospital von Puerto del Rosario stellten die Ärzte leichte bis mittlere Vergiftungserscheinungen fest. 
Die Patienten wurden erst nach gründlicher Reinigung und der Entnahme von Blutproben wieder entlassen.

Mehr Sicherheit an den 
Stränden von Jandía

Rechtzeitig für die Sommersaison hat das zuständige Amt der Bürgermeisterei von Pájara eine weitere Rettungsstation am Strand eingerichtet. 
Der Strand von Butihondo, besser bekannt als Bucht Esquinzo, zählt nunmehr zu den überwachten Strandabschnitten der Playa de Jandía. Zwei Rettungswächter, ausgerüstet mit einem Rettungsboot, wachen diesen Sommer über die beliebte Badebucht. 

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...ließ Worten Taten folgen:
Don Lázaro Cabrera

Doch auch über die Saison hinaus soll nach dem Willen des zuständigen Ratsabgeordneten, Don Lázaro Cabrera, ein Rettungsdienst zur Verfügung stehen. Und noch mehr: Boote für Nachtrettungen, drei Boote mit aktueller Technologie, zwei Löschboote und ein Rettungsboot für Strandopfer, sowie ein Sanitätsboot sollen in Kürze hinzukommen. 
Von der Playa de Esquinzo wird so leicht keiner mehr entkommen...

Mehr “Blaue Bänder” für
die Strände Fuerteventuras

Wie Sie vielleicht schon aus unserem früheren Bericht über den vorbildlichen Strand von Gran Tarajal wissen, verleiht die Europäische Gemeinschaft blaue Bänder für geprüfte Küstenabschnitte. 
Diese müssen einigen Kriterien entsprechen, wie etwa besondere Wasserqualität und das Vorhandensein von diversen Sicherheits- und Informationseinrichtungen.
Seit wenigen Wochen gehört nun auch der Strand von Jandía, die Playa de Matorral, zu diesen erwähnenswerten Küsten. Eifrige Wasserprobenentnahme mit günstigem Ergebnis und die Erfüllung einiger Auflagen brachten die begehrte Auszeichnung. 
So wurde geprüft, ob mindestens fünf Aktivitäten an diesem Abschnitt angeboten werden. Strandliegen-Vermietung und Sonnenbaden gehören mit Sicherheit dazu.
Darüber hinaus wird die Informationspolitik gewertet und das Engagement für den Umweltschutz. Hierzu zählen zumindest die zahlreichen Papierkörbe und ein pünktlicher und zuverlässiger Strandaufräumdienst. 
Nicht zuletzt das Verbot von Haustieren an dem Gästestrand zählt zu den umweltrelevanten Gesichtspunkten. Auch der Rettungsdienst, der seit kurzem wieder präsent und voll einsatzfähig ist, brachte zusätzliche Punkte.
Wieder eine verdiente Auszeichnung für Jandía!


Zahltag für
die Babys von Betancuria

Ignacio Gordillo, der Bürgermeister von Betancuria, hat in einer feierlichen Zeremonie drei Mütter für ihre harte Arbeit entlohnt. Oder war es für ihr Vergnügen? Vermutlich beides...
Wir erinnern uns. Vor einigen Monaten berichteten wir über das Vorhaben der Gemeinde im Landesinnern, seine Bevölkerung zu verjüngen. Betancuria hat inselweit den höchsten Altersdurchschnitt 

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und es fehlte an Nachwuchs. Damals lobte der Erste Bürger ein Kopfgeld (oder besser “Köpfchengeld”) von 25.000 Peseten für jedes Neugeborene aus. Ein Vorhaben, das voll ins Schwarze traf. Und eine Investition, die sich auszahlt.
Immerhin drei Frauen können nun jeweils zehn Pakete Windeln für ihren Sprössling mit Gemeindemitteln anschaffen. Oder ein halbes Jahr lang Babynahrung einkaufen. 
Wir sind gespannt, ob die kommende Volkszählung Betancuria auf einen der vorderen Plätze in puncto Altersdurchschnitt bringen wird!


Klaus Berends verwandelte
eine ausgediente Entsalzungs-
anlage in ein Kunstwerk

“Ihr seid das Salz der Erde”, so beginnt der bekannte Bibelspruch aus dem Matthäusevangelium. 
Und ohne Salz kein Geschmack, schon gar kein Genuss. Kunst aber soll man genießen können und so produziert der in Tarajalejo heimische Künstler Klaus Berends eben das Salz der Kunst.
Acht Monate Vorbereitung bedurfte es, bis das Werk das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Zwölf Tonnen Meersalz wurden herangeschafft, der alten Entsalzungsanlage von Tarajalejo neues Leben einzuhauchen. 
Dank der Unterstützung öffentlicher Institutionen und privater Förderer wurden das Wesen und die Grundlagen der Inselbevölkerung seit Jahrhunderten verewigt: Das Salz, das Wasser und nicht zuletzt ein kleines Fischerboot.
Nur zehn Personen täglich können die Installation in Tarajalejo besichtigen. Dies ist keine Kuriosität des Künstlers sondern eine Notwendigkeit. 
Salz ist schließlich ein besonderer Werkstoff, der etwa durch Feuchtigkeit veränderbar ist.

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Der Künstler Klaus Berends vor, oder besser gesagt, in seinem Werk

Zweimal sollte man die Ausstellung besichtigen, so der Künstler. Erst dann ist man in der Lage, die besondere Spiritualität des Ortes und der Kristalle zu begreifen. Ein Muss für jeden Kunstliebhaber!

Die schwierige Kunst der
Sandbearbeitung

Kein Job wie jeder andere, eher eine Lebenseinstellung. Die Sandkünstler von Corralejo leben ihre Passion. 
Jeden Tag schaffen sie neue Kunstwerke aus Sand, wohl wissend, dass das Meer und die Nacht ihre Arbeit fast täglich zunichte macht. Aber die bewundernden Blicke der Touristen und deren materielle Anerkennung sind ihnen Lohn genug.
Jaime Noya kam vor zwei Jahren nach Fuerteventura und arbeitete zunächst im technischen Dienst eines Hotels. Eine langweilige Arbeit. Eines Abends spazierte er an der Promenade und sah die Arbeiten eines Jungen. Es dauerte nicht lange und an seinem freien Tag errichtete er seine erste Burg. Heute sind es die reptilen Gebilde, die seine Bekanntheit ausmachen.
Am anderen Ende des Strandes arbeitet der Engländer Jiri Valenta. Er beeindruckte bereits in Teneriffa die Gäste mit seinen Arbeiten, ehe er nach Fuerteventura kam. 

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Beide könnten leicht bei der jährlichen Meisterschaft in Las Palmas mithalten. Bescheiden verkünden sie jedoch, das Wichtigste sei einem Künstler die Vervollkommnung seiner Technik. 
Und so stellen sie ihre Werke weiterhin den hiesigen Besuchern zur Schau. Diese seien im vergangenen Sommer spendabler gewesen, bemerken beide. 
Die Strandkünstler leben von ihren Einnahmen bescheiden, doch mit einem Dach über dem Kopf. In einer mehrere Tage dauernden Arbeit zieht es Jiri Valenta jedoch vor, am Strand zu nächtigen. Immer wieder werden die Arbeiten nächtens von Jugendlichen zerstört und die Arbeit von Stunden hinfällig.
Keine Arbeit mit Karriereaussichten, aber ein freies Leben und der Lohn der Anerkennung.


Wie importiert man
Sand aus der Sahara?

Das hatten sich die Verantwortlichen bestimmt leichter vorgestellt. Viel Sand auf Fuerteventura, ein dringend benötigter Baustoff für die Errichtung neuer Hotelanlagen. 
Leider jedoch vorzugsweise dort zu finden, wo Naturschutzbestimmungen einen Abbau unmöglich machen. Kurz nachgedacht und beschlossen, Sand aus dem Nachbarland zu importieren. In der marokkanischen Wüste gibt es ja genug. Ein Frachter wurde organisiert (wir berichteten) und die günstige Ladung nach Gran Tarajal verschifft.
Nur hat man wieder die Rechnung ohne den Umweltschutz gemacht! Der Sand könnte ja belastet sein. Außerdem ist zu überlegen, welche Einfuhrbestimmungen für Sand gelten, ach ja, die Bürokratie. So lag der Frachter tagelang in Gran Tarajal vor Anker und sollte zwischendurch nach Puerto del Rosario auslaufen. Von dort gab es kein grünes Licht und so wurde schnell wieder in das Zentrum des Südens manövriert. Hier durfte man wenigstens vor Anker gehen.
Ganz wichtig bei Einfuhren von Waren aller Art ist der Herkunftsnachweis. Bei Sand aus der Sahara ist das etwas schwierig. Stichprobenentnahme und Untersuchungen folgten. 
Von oberster politischer Stelle gab es dann eine Absage an die Forderungen der Umweltinteressierten. Schließlich gäbe es bereits eine Einfuhrerlaubnis vom Zoll und die Vorabproben seien unbelastet. Politik und Wirtschaft verstehen sich hier bekanntlich recht gut.

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Der Frachter beim Löschen der Sandladung an der Hafenmole
von Gran Tarajal


Folgerichtig warf der Chef der Transportvereinigung den Umweltschützern vor, sich hier um die Belange der Umwelt einzusetzen, nicht jedoch in der Sahara, wo der Abbau ebenfalls einen Eingriff in die Natur bedeutete. Außerdem habe es seit über 20 Jahren beim Import von Sand nach Teneriffa und nach Las Palmas nie Probleme gegeben. 
Typisch Fuerteventura!
Die vorerst letzte Entscheidung ist indes bestimmt nicht verkehrt. Der Saharasand für Fuerteventura wird, anders als auf den großen Nachbarinseln, hier erst desinfiziert und dann abgeladen. Man kann ja nie wissen...


Sahaurische Kinder in Sommerferien

Zwölf Kinder aus der ehemaligen West-Sahara sind diesen Sommer auf Fuerteventura gelandet, um ihre Familien zu besuchen. 
Möglich war diese Aktion (Fuerteventura Express berichtete) auf Grund einer neuen Vereinbarung zwischen den Staaten.

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...auch ein Ausflug nach Las Palmas stand auf dem Programm.

Pflegeeltern sollten die Möglichkeit nutzen, Kindern aus den Gebieten des ehemaligen Kolonialgebiets einen glücklichen Sommer zu ermöglichen.
Von Corralejo bis Morro Jable fanden sich zahlreiche Familien bereit, Kinder der West-Sahara zu beherbergen. Während der zwei Monate, die die Kinder auf der Insel sein werden, haben sie unter anderem die Möglichkeit, Ärzte aufzusuchen. Darüber hinaus sollen sie sich, laut Organisatoren, von den enormen Temperaturen ihrer Heimatgebiete erholen und die Chance erhalten, eine neue Kultur kennen zulernen. Wenn das kein schöner Sommer war...


Einwohnerzahl wird
rapide zunehmen

Wenn die Entwicklung der Einwohnerstatistik weiter anhält, werden in knapp zehn Jahren gut doppelt so viele Menschen auf Fuerteventura leben wie heute. 
Danach wäre im Jahr 2011 damit zu rechnen, dass es mehr Einwohner als Ziegen auf dieser Insel gibt. Vorausgesetzt, deren Einwohnerstatistik steigt nicht in gleichem Maße. 
Diese Berechnung, veröffentlicht von der Gesundheitsbehörde, übertrifft die kühnsten Erwartungen der Tourismusbranche. Ihr fehlte es bislang noch an der entsprechenden Bevölkerungsdichte, um die gängige Mindestanforderung für touristisches Wachstum erfüllen zu können. Danach soll die Zahl der Hotelbetten in direkter Relation zur Einwohnerzahl einer Region stehen. Mit geschätzten 128.000 Einwohnern in Zukunft eine erfreuliche Aussicht.
Besonders berücksichtigt wurde in dieser Schätzung unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung, die nach diesem zu erwartenden Hoch eine Rückwärtstendenz erwarten lässt. 
Profitieren von den Zuwächsen werden in erster Linie die touristischen Zentren Antiguas, La Olivas und Pájaras. Die südliche Gemeinde wird nach diesen Prognosen in knapp zehn Jahren mehr Einwohner zählen als die Hauptstadt Puerto del Rosario, das derzeit größte Ballungszentrum.

Von der Wüste in die Wüste:
Karawanentrip durch die Sahara

Inzwischen ist Fernando Roger, wie angekündigt (Fuerteventura Express berichtete) auf Wüstentour mit dem Dromedar. 
Nachdem er mit seinem Kollegen in ungefähr 14 Tagen die Insel Fuerteventura von Nord nach Süd durchquert hatte, ist er nun aufgebrochen, die Sahara zu erforschen. 
Fernando Roger ist noch jung, dazu aus Gran Tarajal, aber er liebt die Traditionen seiner Vorväter. 
Nein, nicht das Ziegenhüten hat es ihm angetan, sondern das Kamel, besser das Dromedar. Ihn reizt es, die alten Pfade der Überlieferung zu bereisen und schon früh hat er beschlossen, seinem Lieblingstier in die Wüste zu folgen.
Natürlich wird ein solches Abenteuer heutzutage mit dem Land Rover begleitet, der Medizin und Informationen bereit hält.

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Fernando Roger (links) mit seinem  Kameltreiber Ramón Hernández
bei ihrem Fußmarsch quer über die Insel Fuerteventura


Auch wird das Unternehmen auf Videofilm festgehalten. Ein Kameramann begleitet die Safari. Bestimmt ein gewagtes Abenteuer in unsere Zeit...
Wir werden über seine Erlebnisse in der nächsten Ausgabe ausführlich berichten.


La Lajita Oasis Park
erforscht Kamelmilch

Für die Mitarbeiter der größten Kamelfarm der Insel in La Lajita ist es beinahe selbstverständlich, den Tag mit einem Glas Kamelmilch zu beginnen. 
Nun soll dieses bekanntermaßen gesunde Getränk kommerziell vermarktet werden. Ursula Schulz, die äußerst engagierte Tierärztin der Anlage, erarbeitet z.Zt. gemeinsam mit Laboratorien in Zürich und Barcelona entsprechende Pläne.
Eis oder Joghurt aus Kamelmilch gefällig? Warten wir’s ab!

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Ursula Schulz und Kamelmelker bei der Arbeit im Oasis Park La Lajita

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Illegale Autowerkstätten
verderben nicht nur die Preise

Von immerhin 110 Autowerkstätten, die Fuerteventura zu bieten hat, sind nur 81 registriert. Rund 30 von Ihnen arbeiten mithin schwarz und ohne Lizenz. 
Dies stellte die Vereinigung der Autoreparaturbetriebe der Provinz Las Palmas ATARE jüngst fest.
Offenbar handelt es sich bei den illegalen Betrieben, die durchweg günstiger arbeiten, als die etablierten Werkstätten, um bereits bestehende Einrichtungen. Wenn der Chef nicht hinschaut, zumeist an Feiertagen und am Wochenende, öffnen die Angestellten die Tore. Dann wird günstig gebastelt und repariert, was das Auto hergibt.

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Vorsicht vor “schwarzen” Werkstätten!

Ärgerlich ist dieser Zustand zunächst für die offiziellen Werkstätten, denen gehörige Einnahmen verloren gehen. Ebenso für die Inselverwaltung, denn die Betriebe entrichten natürlich keine Steuern und Abgaben. 
Problematisch könnte dieser Dienst aber auch für den Kunden werden, und teuer obendrein. Selbstverständlich gibt es ohne Rechnung auch keine Garantie und wenn die Arbeit unsachgemäß ausgeführt wurde, kann der anschließende Schaden erheblich werden.
Dennoch ist der Bedarf enorm. Jedes Jahr fahren mehr Autos auf Fuerteventuras Strassen. Sie alle müssen versorgt werden. Und obwohl die Vereinigung die Namen der nicht registrierten Betriebe kennt, ist sie machtlos. Eine Inspektion findet zudem nur in erfassten Werkstätten statt und auch die Inselverwaltung, obgleich in Kenntnis der schwarzen Schafe, unternimmt nichts. 
So fährt also auch weiterhin das Risiko mit, am falschen Ende gespart zu haben. 

Landwirtschaft auf Fuerteventura
geht dramatisch zurück

In nur drei Jahren ist die landwirtschaftlich bearbeitete Fläche Fuerteventuras um sage und schreibe 40% zurückgegangen. Damit werden heute gerade einmal 540 Hektar bewirtschaftet, mithin kaum mehr wahrnehmbar.
Tuineje und Pájara, die beiden Gemeinden mit der bislang größten Anpflanzung heimischer Tomaten, reduzierten ihre Ackerflächen um jeweils ein drittel seit 1998. Hier sind die Gründe wohl in der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus und dessen Expansion zu suchen. Ebenso wie in der Gemeinde Antigua, in der ganze 60% Feldfläche verödet sind. 

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Neue Impulse verspricht sich die Insel vom Aloe-Vera-Anbau

Auch wenn die Reduzierungen im restlichen Fuerteventura nicht gerade so spektakulär sind wie dort, haben alle Gemeinden der Insel einen Rückgang zu verzeichnen.
Dies ist indes ein auf den meisten kanarischen Inseln zu beobachtendes Phänomen. La Gomera etwa verzeichnet einen Rückgang landwirtschaftlicher Aktivitäten in den vergangene Jahren um 85%. 
Auch Lanzarote und La Palma verzichten zugunsten der Tourismuseinnahmen auf weitere Feldnutzung. Ledigleich El Hierro und Gran Canaria erweiterten ihre Äcker.


Unbekannter Toter in
Puerto del Rosario entdeckt

Einen grausigen Fund machte die Polizei von Puerto del Rosario diesen Sommer in einer Schlucht nahe der Hauptstadt. 
Anwohner des Vorortes Puertito de la Cruz entdeckten Anzeichen eines Menschen unter dem Schutt des angrenzenden Barrancos. Die Polizei legte daraufhin die Leiche eines Mannes frei, der vermutlich seit zwei Jahren dort gelegen hatte. Vermutlich handelt es sich bei dem Kadaver um einen Mann marokkanischer Herkunft.

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Mehrere Stunden dauerte die Freilegung des Verstorbenen, der bereits mit seiner Umgebung eins geworden zu sein schien. Eine anschließende Obduktion des Toten lieferte keine Hinweise auf Gewalteinwirkung. 
Da die Überreste mit dem Gesicht zu Boden am Fuße eines rund fünf Meter hohen Abhanges gelegen hatte, geht die Polizei davon aus, dass der Mann in die Schlucht gestürzt sein könnte. Obgleich keine Papiere gefunden wurden, scheint wahrscheinlich, dass es sich bei dem Opfer um einen jungen Marokkaner handelt, der seit Juni 1999 als vermisst gilt. 


Leuchtturmwächter von
Los Lobos gestorben

Nur wenige Ereignisse erschüttern die Einwohner Fuerteventuras so nachhaltig wie der Tod eines geliebten Originals.
Antonio Hernández Páez, von allen nur “Antoñito, der Leuchtturmwächter” genannt, war so ein Original. Weit über die Grenzen der kleinen Insel im Norden Fuerteventuras bekannt und beliebt, galt er als Inbegriff eines kargen aber zufriedenen Lebens jenseits der beliebten Ferieninsel. 
Bereits lange vor Ankunft der ersten Ruhesuchenden auf dem Nachbareiland versah Antoñito seinen Dienst im Leuchtturm von Los Lobos. Mit Einzug neuer Technik wurde seine Aufgabe überflüssig und er eröffnete ein kleines Restaurant auf dem Inselchen.

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Lang war der Zug der Trauergemeinde hinter dem Sarg von “Antoñito”, dem
jahrzehntelangen Leuchtturmwächter auf der kleinen Nachbarinsel Los Lobos 

Ein Besuch hier wurde zur Pflicht für jeden Gast, der morgens mit der Fähre aus Corralejo hier ankam. Vor drei Jahren wurde Antoñito mit der Silbermedaille des kanarischen Tourismusministeriums aus-gezeichnet für seine Verdienste um die touristische Entwicklung der Insel. Später wurde eine Straße in La Oliva nach ihm benannt.
Besonders geschätzt wurde sein aufrichtiger und einfacher Charakter. Gastfreundlich zu jedem, der nach Lobos kam, gepaart mit einem zuvorkommenden Wesen, dies sind Eigenschaften, die selten werden. Ebenso selten, wie der Beruf, der ihn zur Legende nicht nur im Norden der Insel werden ließ.
Antoñito, der Leuchtturmwächter, erreichte das stolze Alter von 88 Jahren.


Miguel Valdivia
aus Japan zurück

Einmal quer durch Japan laufen, zu Fuß, versteht sich. Dieser Jugendtraum des auf Fuerteventura lebenden Wandersmannes Miguel Valdivia ist nun endlich in Erfüllung gegangen.
Es scheint noch gar nicht lange her, da berichteten wir über die Vorbereitung dieses Unternehmens, und schon ist er auch wieder zurück. 
Schlappe 23 Tage hat er für seine Durchwanderung benötigt und dabei 1.200 km japanischen Bodens durchmessen. 
Gut 50 km täglich muss er dabei zurückgelegt haben, das wäre in gut neun Stunden täglich zu schaffen.

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Damit hat er ausreichend Zeit gehabt, seiner eigentlichen Bestimmung zu folgen, nämlich Botschafter einer anderen Inselwelt zu sein.
Bewusst hat er daher den Beginn seiner Wanderung in den Norden Japans gelegt, einer dünn besiedelten Region. Hier leben die Menschen noch natürlich und so lassen sich die Traditionen auch besser studieren.
Doch nicht so lange, denn Tokio, das Ziel seiner Reise, wartete über 1.000 km entfernt. Ganz nebenbei hat Valdivia einige Brocken japanisch gelernt, um die gastfreundlichen Menschen über seine Mission aufklären zu können. Besonders beeindruckt hat nach seinen Worten sein (einziges?) T-Shirt, auf dem beide Inseln, Fuerteventura und Japan nebeneinander abgebildet sind. Ein Hemd der Völkerverständigung.
Hut ab vor diesem eifrigen, idealistischen Wandersmann!


Hotel H10 Playa Esmeralda
für Qualität ausgezeichnet

Das große “Q” , welches seit August das Foyer des 4½-Sterne-Hotels “H10 Playa Esmeralda” an der Costa Calma ziert, steht natürlich für Qualität und wird von dem spanischen “Institut für touristische Qualität” für besondere Leistungen vergeben. 
Das große “Q” , welches seit August das Foyer des 4½-Sterne-Hotels “H10 Playa Esmeralda” an der Costa Calma ziert, steht natürlich für Qualität und wird von dem spanischen “Institut für touristische Qualität” für besondere Leistungen vergeben. 
Rigorose Standards im Hinblick auf einwandfreien Service in jeder Hinsicht müssen erfüllt werden. 
Bislang hatte noch keine Einrichtung auf dieser Insel die begehrte Auszeichnung erhalten. Doch seit Ende Juli kann Fuerteventura sich mit einem ausgezeichneten Hotel sehen lassen. Das Hotel H10, Playa Esmeralda an der Costa Calma hat in nur einem Jahr alle Erwartungen erfüllt.
Damit hat es in zweierlei Hinsicht einen Rekord für die Insel aufgestellt. Nicht nur ist es in so kurzer Zeit gelungen, einen Standard zu etablieren, es ist auch das erste Hotel der Insel, das alle Erfordernisse meistert.
Dass dies nur mit Hilfe eines fähigen Mitarbeiterstabes zu bewerkstelligen ist, erklärte Direktor Oguz Birced bei der Verleihung in Madrid. Und er wies darauf hin, dass gerade dies auf Fuerteventura das größte Problem sein kann.
Zur gleichen Zeit vergab der Reiseriese TUI den alljährlichen Holly-Preis an die Lieblingshotels seiner Gäste. 
Hier sind es die Besucher selbst, die nach ihrer Abreise ihren Aufenthaltsort bewerten.

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Direktor Oguz Birced und sein engster Stab bei
der feierlichen Preisverleihung in Madrid 

Jeden Sommer werden die Beurteilungen ausgewertet und führen so zur Vergabe des Preises an die beliebtesten Residenzen. 
Die diesjährigen Prämien gehen an das ebenfalls erst ein Jahr alte Hotel Faro de Jandía ebendort und, wen wundert es, an drei Häuser der Hotelkette RIU. Nicht zum ersten Mal erhalten das RIU Jandía Palace, das in Morro Jable gelegene Hotel RIU Palacete und dieses Mal das RIU Tamango je einen “Holly”. 
Bemerkenswert ist die Wahl des Hotels Faro de Jandía, gehört es doch als einziges nicht zu einer etablierten Hotelkette. Besonders stolz ist man auf der Insel, dass dieses Haus zudem mit kanarischen Geldern errichtet wurde, mithin ein Prestigeobjekt für Fuerteventura.
Die Kriterien, die es hier zu erfüllen gab, sind den allgemeinen Qualitätsstandards entsprechend, werden jedoch subjektiv beurteilt. 
Im kommenden Reisekatalog der TUI gibt es dann Hinweise auf die Beurteilung in Form der jeweiligen Plakette. Die Umfrage wird übrigens weltweit durchgeführt und so ist es in der Tat etwas Besonderes, gleich mehrere Hotels auf dem Archipel auszuzeichnen.

Windsurf-WM brachte
Umweltschützer auf die Palme

Die jährlichen Windsurfweltmeisterschaften sind für die meisten Einwohner der Insel ein Grund zur Freude. 
Für die Veranstalter, weil ein großes Ereignis große Gewinne abwirft. Für die Einwohner, weil endlich mal wieder Party ist, und für die Surfer, weil sie endlich zeigen können, was in ihnen steckt.
Doch es gibt auch Gruppen, die diesem Ereignis mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen. Die Polizei, weil sie mal richtig gefordert wird. Und die Umweltschützer, weil durch spontane Versammlungen die Natur ins Ungleichgewicht zu geraten droht. Die letztgenannten Gruppen gerieten folgerichtig auch prompt aneinander.
Zur Eröffnung der Meisterschaften demonstrierte eine rund 40-köpfige Schar Aktivisten, bestehend aus Mitgliedern der Gruppen Guanil, Montana Tindaya, Agonane und WWF vor dem Festzelt.

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Diese wollten u.a. ihre Kritik an den Verantwortlichen wegen der ungebremsten Bauaktivitäten auf der Insel manifestieren, wurden daran jedoch von den Polizeikräften gehindert, und dies auf recht unsanfte Art. Ein Aktivist wurde festgenommen, ein weiterer wurde erheblich verletzt. Auch Fotografen gerieten zwischen die Fronten. Zahlreiche Kameras wurden beschlagnahmt. Ebenso zahlreiche Reporter erstatteten Anzeige gegen die Polizisten.

Windsurf-Worldcup auf
Fuerteventura voller Erfolg

Abgesehen von der kurzen, aber heftigen Unterbrechung durch die oben beschriebene Protestaktion verlief der diesjährige Worldcup zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten.
Zum 16. Mal in Folge fand der World Cup auf Fuerteventura statt. Und auch in diesem Jahr ging es wieder rund. Die Disziplin Racing wurde zwar vom Terminkalender gestrichen, aber dafür gab es vier Tage lang hundertprozentige Freestyle Action.
Und die Aussichten waren hervorragend: Seit einigen Tagen gab es Wind satt, gepaart mit bis zu zwei Meter hohen Wellen. Und so sollte es auch weitergehen.
Im Anschluss an den Windsurf Event machte ab dem 1. August die Kitesurfing Tour Station am Sotavento Beach.
Im Freestile der Männer belegten die ersten Plätze Kauli Seadi aus Brasilien, Matt Pritchard aus den USA und Josh Stone, ebenfalls aus den USA. Gesamtsieger und damit Weltmeister 2001 wurde der Franzose Antoine Albeau.
Bei den Frauen waren die Event-Sieger Colette Guadagnino aus Venezuela, Karin Jaggi aus der Schweiz und die Spanierin Ruano Moreno.

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Der strahlende Weltmeister 

 

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